Ehemaliger SNP‑Chef Peter Murrell soll über £400.000 aus Parteikassen veruntreut haben
Murrell gestand, Parteikarten, Überweisungen und gefälschte Rechnungen genutzt zu haben; unter den Käufen finden sich Luxusautos, ein Wohnmobil und Schmuck.
- Der frühere SNP‑Geschäftsführer räumte die Veruntreuung von mehr als £400.000 ein und steht nun vor einer möglichen langen Haftstrafe
- die Strafzumessung ist für den 23. Juni angesetzt.
Nach Angaben des Gerichts hat der ehemalige Geschäftsführer der Scottish National Party (SNP), Peter Murrell, über einen Zeitraum von zwölf Jahren Parteimittel in Höhe von mehr als £400.000 unterschlagen. Murrell bekannte sich schuldig und wird voraussichtlich eine längere Freiheitsstrafe erhalten; die Urteilsverkündung ist für den 23. Juni terminiert.
Im Mittelpunkt der Anklage standen zahlreiche private Einkäufe, die Murrell mit Parteikreditkarten, den Karten zweier Mitarbeiter, direkten Überweisungen vom Partei‑Konto und gefälschten Rechnungen bezahlt haben soll. Aufgelistet wurden unter anderem Schmuck und Kosmetikartikel sowie zwei Autos und ein Luxuswohnmobil. Das angegriffene Parteikonto setzte sich den Angaben zufolge vornehmlich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und testamentarischen Zuwendungen zusammen.
Nach dem Schritt seiner Festnahme im April 2023 durchsuchten Ermittler das gemeinsame Haus in Glasgow, das Murrell damals mit seiner getrennt lebenden Ehefrau bewohnt hatte, sowie die Parteizentrale in Edinburgh. In der Anklageschrift waren mehr als 1.000 Gegenstände genannt; die Mehrzahl davon wurde bei den Durchsuchungen jedoch nicht gefunden. Gefunden wurden dagegen unter anderem eine maßgefertigte Holzbibliothek, ein robotischer Rasenmäher, eine Badezimmereinheit und eingebaute Küchenteile.
Zugleich hob das Gericht den Kauf eines Niesmann‑und‑Bischoff‑Wohnmobils im Wert von £124.550 hervor. Murrell soll im Oktober 2020 eine Anzahlung von £12.500 mit einer SNP‑Kreditkarte geleistet und im Dezember 2020 per vier direkter Überweisungen vom Parteikonto weitere £112.050 beglichen haben. Das Fahrzeug wurde im Januar 2021 geliefert; nach Darstellung der Ermittler war es bis zu seiner Beschlagnahme zwei Jahre später nur vier Meilen gefahren und wurde bei einer Durchsuchung im Haus von Murrells Mutter gefunden.