EU schlägt AGILE‑Programm vor, um KI, Drohnen und Quanten-Technologien schneller in die Verteidigung zu bringen
Die Kommission plant einen Pilotfonds von mindestens €115 Millionen, um Forschung zu Künstlicher Intelligenz, Quantenlösungen und Drohnen schneller für militärische Anwendungen verfügbar zu machen und bürokratische Hürden zu verringern.
Nach Angaben der Europäischen Kommission liegt ein Vorschlag für ein neues Beschleunigungsinstrument vor, das Forschungsergebnisse zügiger in militärische Einsätze überführen soll. Das Programm trägt den Namen AGILE (Programme for Agile and Rapid Defence Innovation) und sieht in einer Pilotphase mindestens €115 Millionen vor. Fokus sind disruptive Technologien wie Künstliche Intelligenz, Quantenlösungen und unbemannte Systeme.
Zugleich legt der Vorschlag klare Kriterien für die Förderwürdigkeit fest. Gefördert werden primär Projekte, die bereits relativ weit entwickelt sind und innerhalb von ein bis drei Jahren getestet, validiert und in den Einsatz überführt werden können. In der vorgeschlagenen Pilotphase sollen einzelne Vorhaben voraussichtlich zwischen etwa €1 Million und €5 Millionen erhalten; insgesamt werden rund 20 bis 30 geförderte Projekte angestrebt.
Daneben adressiert AGILE die Übergangsphasen von Forschung zu Produktion: Die Mittel sollen technische Entwicklung, Prototyping, Feldtests und initiale Serienfertigung abdecken. Zielgruppen sind vornehmlich Start‑ups, kleine und mittlere Unternehmen sowie Scale‑ups mit dual‑use‑ oder Verteidigungsfokus. Größere Rüstungsunternehmen könnten indirekt profitieren, etwa durch Integration oder Partnerschaften mit geförderten Firmen.
Gleichzeitig hebt die Kommission die sicherheitspolitische Dringlichkeit hervor: Erfahrungen aus aktuellen Konflikten und die rasche Entwicklung moderner Waffentechnologien hätten gezeigt, dass traditionelle Förder‑ und Beschaffungszyklen zu langsam seien, um zeitnah einsatzreife Innovationen bereitzustellen. AGILE zielt deshalb darauf ab, die technologische Souveränität zu stärken und die operative Verfügbarkeit neuer Fähigkeiten zu beschleunigen.
Das Vorhaben bedarf noch der Zustimmung des Europäischen Parlaments und des Rates. Sollte der Vorschlag angenommen werden, sieht die Planung vor, die ersten Förderaufrufe voraussichtlich 2027 zu öffnen, damit die geförderten Projekte kurz darauf starten können.