EU warnt: Israelische Angriffe auf Libanon gefährden US‑Iran‑Waffenruhe
Brüssel verlangt, die jüngste Waffenruhe müsse auch für Libanon gelten, nachdem nächtliche Angriffe Hunderte Opfer forderten und internationale Empörung auslösten.
- Die EU bezeichnet die Angriffe als unverhältnismäßig und warnt, der mit US‑ und iranischer Vermittlung vereinbarte Waffenstillstand stehe auf dem Spiel
- Libanon hat nationale Trauer ausgerufen.
Nach Angaben der Europäischen Union gefährden neue israelische Luftangriffe auf Ziele in Libanon die Stabilität der gerade ausgehandelten Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Brüsseler Vertreter äußerten Besorgnis, dass die militärische Eskalation den fragilen Mechanismus unterminiere, sofern die Vereinbarung nicht ausdrücklich auf Libanon ausgeweitet werde.
Im Mittelpunkt der Kritik steht die Diskrepanz zwischen den Aussagen der Vermittler und dem Vorgehen vor Ort: Pakistan, das an den Verhandlungen beteiligt war, hatte erklärt, die Waffenruhe gelte »sofort« auch für Libanon, doch Israel widersprach und setzte seine Militäraktionen fort. Die israelischen Streitkräfte begründeten die Angriffe damit, Stellungen der Hisbollah getroffen zu haben, und warfen der Miliz vor, sich in zivilen Gebieten zu verstecken.
Nach dem Schritt der israelischen Luftoffensive rief Libanon eine Phase nationaler Trauer aus und sprach von massiven zivilen Verlusten; die Regierung kritisierte die Angriffe als Verletzung des humanitären Völkerrechts. In Europa löste die Offensive scharfe Reaktionen aus: Französische, italienische und deutsche Politiker verurteilten das Vorgehen und forderten Beschränkung der Gewalt, während Spanien strengere Konsequenzen gegenüber Israel ins Spiel brachte.
Inzwischen betonten Diplomaten, dass eine klare Übereinkunft über den räumlichen Geltungsbereich der Waffenruhe nun entscheidend sei, um weitere Eskalationen zu verhindern. Ohne eine solche Klarstellung drohten die internationalen Bemühungen zur Stabilisierung der Region an Wirkung zu verlieren, heißt es in den Stellungnahmen aus Brüssel.