Exxon und Chevron melden deutlichen Gewinnrückgang nach Störungen durch Iran‑Konflikt
Die beiden größten US‑Ölkonzerne verzeichneten im ersten Quartal deutlich geringere Nettogewinne, belastet von unvorteilhaften Hedging‑Positionen und Lieferstörungen infolge des Konflikts mit Iran.
- Ungünstig getimte Finanzabsicherungen und verschobene Lieferungen verursachten Milliardenbelastungen
- bereinigte Ergebnisse lagen dennoch über den Analystenerwartungen.
Nach Angaben der Unternehmen fielen die Quartalsgewinne von Exxon Mobil und Chevron deutlich gegenüber dem Vorjahr, obwohl die Ölpreise infolge der Auseinandersetzungen mit Iran stark gestiegen sind. Exxon meldete einen Nettogewinn von 4,2 Milliarden US‑Dollar, was einem Rückgang von rund 45 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Chevron wies einen Nettogewinn von 2,2 Milliarden US‑Dollar aus, ein Minus von etwa 36 Prozent.
Im Mittelpunkt der Ergebnisse standen Finanzabsicherungen, die sich als ungünstig erwiesen, als der Konflikt zu einer plötzlichen Störung im Ölangebot führte. Exxon nannte nahe 4 Milliarden US‑Dollar Verluste aus diesen Handelspositionen, die auf einen sogenannten Timing‑Effekt zurückgeführt wurden; zusätzlich ergab sich ein einmaliger Abgang von 700 Millionen US‑Dollar auf bereits geschlossene Hedging‑Positionen, die nicht durch physische Lieferungen kompensiert wurden. Chevron verbuchte eine Belastung von 2,9 Milliarden US‑Dollar im Zusammenhang mit finanziellen Absicherungen.
Zugleich übertrafen die bereinigten Ergebnisse die Erwartungen an der Wall Street. Exxon erzielte bereinigte Gewinne von 1,16 US‑Dollar je Aktie und setzte einen Umsatz von 85,14 Milliarden US‑Dollar um. Chevron meldete bereinigte Gewinne von 1,41 US‑Dollar je Aktie und einen Umsatz von 48,61 Milliarden US‑Dollar; dieser Wert lag jedoch unter den erwarteten 52,1 Milliarden US‑Dollar.
Die Raffineriegeschäfte litten besonders unter den Effekten der Absicherungen und gestiegenen Transportkosten. Exxon‑Raffinerien wiesen einen Verlust von 1,26 Milliarden US‑Dollar aus; nach Unternehmensangaben wäre das Raffinerieergebnis ohne die negativen Timing‑Effekte deutlich positiver ausgefallen. Chevrons Raffinerien drehten ins Minus und meldeten einen Verlust von 817 Millionen US‑Dollar im Quartal.
Auf Produktionsebene blieben die Ergebnisse stabil bis leicht rückläufig. Exxons Fördersegment erwirtschaftete 5,74 Milliarden US‑Dollar, ein Rückgang von 15 Prozent; die Produktion wurde mit etwa 4,6 Millionen Barrel pro Tag angegeben. Chevrons Förderergebnis stieg moderat auf 3,9 Milliarden US‑Dollar, die Förderung kletterte auf rund 3,9 Millionen Barrel pro Tag, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
Beide Konzerne betonten, dass die Belastungen aus finanziellen Absicherungen temporär seien und sich mit Abschluss der physischen Lieferungen in späteren Quartalen umkehren könnten. Anleger reagierten zurückhaltend; die Aktien beider Firmen notierten vorbörslich leicht im Plus, nachdem die bereinigten Ergebnisse die Erwartungen übertroffen hatten.