FIFA eröffnet Disziplinarverfahren gegen spanischen Verband nach anti‑muslimischen Rufen
FIFA leitet Disziplinarverfahren gegen den spanischen Verband ein, nachdem während des Freundschaftsspiels gegen Ägypten anti‑muslimische Gesänge zu hören waren; Polizei und Regierung verurteilten die Vorfälle.
Nach Angaben von FIFA hat der Weltverband Disziplinarverfahren gegen den spanischen Fußballverband eingeleitet wegen anti‑muslimischer Gesänge während des Freundschaftsspiels gegen Ägypten. Im RCDE Stadium bei Barcelona waren Berichten zufolge Rufe wie wer nicht springt, ist ein Muslim zu hören; das Spiel endete 0:0. Mehrere Durchsagen über die Lautsprecheranlage und Hinweise auf den Stadionbildschirmen erinnerten daran, dass solches Verhalten untersagt ist, dennoch setzten einige Zuschauer die Gesänge fort.
Im Mittelpunkt der Reaktion stehen die anhaltenden Gesänge sowie die Frage, inwieweit der Gastgeber seiner Verantwortung nachgekommen ist, die Ordnung im Stadion zu sichern. FIFA kündigte an, die Vorfälle formell zu untersuchen und gegebenenfalls disziplinarische Maßnahmen gegen den spanischen Verband zu prüfen. Der Verband selbst verurteilte die Gesänge, ebenso äußerten vereinzelt betroffene Spieler, darunter Lamine Yamal, ihr Unverständnis und nannten die Vorfälle respektlos und inakzeptabel.
Zugleich hat die katalanische Polizei Mossos d'Esquadra eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet. Die Angelegenheit wird demnach von der zuständigen Staatsanwaltschaft für Hassverbrechen und Diskriminierung bearbeitet; Ziel ist es zu klären, ob einzelne Fans strafrechtlich belangt werden können und ob organisatorische Mängel vorlagen, die geahndet werden sollten. Diese Ermittlungen laufen unabhängig von der FIFA‑Untersuchung.
Inzwischen reagierte die spanische Regierung diplomatisch: Außenminister José Manuel Albares übermittelte seinem ägyptischen Kollegen die Verurteilung der Vorfälle durch Spanien. Der ägyptische Außenminister Badr Abdelatty betonte zugleich, Spanien sei ein tolerantes und pluralistisches Land, und wies Rassismus zurück. Die Kombination aus nationalen und internationalen Stellungnahmen unterstreicht die politische Brisanz des Vorfalls und lenkt die Debatte vom reinen Sportereignis auf Fragen von Fanverhalten und Diskriminierung in Stadien.
Daneben bleibt offen, welche Sanktionen folgen werden; sowohl FIFA‑ als auch staatliche Ermittlungen sollen klären, welche disziplinarischen oder strafrechtlichen Konsequenzen angemessen sind. Bis zu einer abschließenden Entscheidung setzen die beteiligten Stellen ihre Prüfungen fort und halten an den laufenden Untersuchungsschritten fest.