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Geburtenbilanz 2025 bleibt negativ: 11.048 mehr Sterbefälle als Geburten, Fertilität auf 1,29

In Österreich starben 2025 laut Statistik Austria 11.048 Menschen mehr als Kinder zur Welt kamen, und die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau sank vorläufig auf 1,29.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: Geburtenbilanz 2025 bleibt negativ: 11.048 mehr Sterbefälle als Geburten, Fertilität auf 1,29
  • 2025 wurden 75.718 Lebendgeburten und 86.766 Sterbefälle registriert.
  • Die Geburtenbilanz ist zum sechsten Mal in Folge negativ und verschärft die demografische Alterung.
  • Die Zahl der Neugeborenen liegt auf dem niedrigsten Stand seit 2001 – bei deutlich größerer Bevölkerung.
  • Die vorläufige Gesamtfertilitätsrate sank 2025 auf 1,29 Kinder pro Frau und markiert einen neuen Tiefstand.
  • Für Bevölkerungswachstum bleibt Zuwanderung der entscheidende Faktor, während der natürliche Saldo negativ ist.

Österreich verzeichnet auch 2025 eine negative natürliche Bevölkerungsentwicklung. Nach vorläufigen Angaben der Statistik Austria starben im Jahr 2025 insgesamt 86.766 Menschen, während 75.718 Kinder lebend geboren wurden. Damit ergibt sich ein Geburtendefizit von 11.048 Personen – und damit das sechste Jahr in Folge, in dem die Zahl der Sterbefälle über der Zahl der Geburten liegt.

Besonders markant ist die Entwicklung bei den Geburten: Die 75.718 Lebendgeburten liegen auf dem niedrigsten Stand seit 2001. Der Vergleich ist deshalb politisch und wirtschaftlich relevant, weil Österreich heute eine deutlich größere Bevölkerung hat als Anfang der 2000er‑Jahre. Weniger Geburten bei höherer Bevölkerungsbasis bedeuten, dass sich die Altersstruktur in Richtung älterer Jahrgänge verschiebt, sofern nicht über andere Faktoren gegengesteuert wird.

Die Statistik Austria weist für 2025 zudem eine vorläufige Gesamtfertilitätsrate von 1,29 Kindern pro Frau aus. Damit wird ein neuer Tiefstand erreicht. Werte in dieser Größenordnung liegen deutlich unter dem Niveau, das langfristig für eine stabile Bevölkerungsgröße allein durch Geburten notwendig wäre. Gleichzeitig beeinflussen Fertilität und Geburtenzahlen mittel‑ bis langfristig Schul‑ und Ausbildungsplanung, den Arbeitskräftepool sowie die Finanzierung von Pensionen und Gesundheitssystem.

In der Praxis ist daher entscheidend, wie sich natürliche Bilanz und Wanderungssaldo zusammensetzen. In den vergangenen Jahren wurde Bevölkerungswachstum in Österreich überwiegend durch Zuwanderung getragen, während der natürliche Saldo negativ blieb. Das erhöht die Bedeutung von Integrations‑, Bildungs‑ und Arbeitsmarktpolitik – nicht als kurzfristige Reaktion auf einzelne Jahrgänge, sondern als strukturelle Anpassung an eine demografisch alternde Gesellschaft.

Für die nächsten Monate ist außerdem wichtig, dass es sich bei den 2025er‑Werten um vorläufige Ergebnisse handelt, die sich durch Nachmeldungen noch verändern können. Statistik Austria veröffentlicht die Detailauswertungen schrittweise, wodurch sich im Jahresverlauf ein genaueres Bild nach Altersgruppen, Regionen und weiteren Merkmalen ergibt. Die Grundrichtung – mehr Sterbefälle als Geburten – ist jedoch bereits seit mehreren Jahren ein konsistenter Trend.

Für die öffentliche Diskussion bleibt damit die Kernfrage, wie Österreich die demografischen Folgen abfedert: durch bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, durch Zuwanderung und Qualifizierung sowie durch Produktivitäts‑ und Beschäftigungsstrategien. Die nun vorgelegten Zahlen liefern dafür den aktuellen Ausgangspunkt.