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Iran‑nahe Miliz kündigt Freilassung der US‑Journalistin Shelly Kittleson an

Kataib Hezbollah kündigt Freilassung unter der Auflage an, dass Kittleson den Irak sofort verlässt; US‑Regierung hat die Angaben nicht bestätigt.

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Titelbild: Iran‑nahe Miliz kündigt Freilassung der US‑Journalistin Shelly Kittleson an
Miliz erklärt Freilassung, Angaben zu Kittlesons aktuellem Aufenthaltsort bleiben unklar.

Nach Angaben einer irakisch‑schiitischen Miliz soll die US‑Freelance‑Journalistin Shelly Kittleson, die am 31. März in Bagdad entführt worden war, freigelassen werden. Kataib Hezbollah teilte am Dienstag mit, die Freilassung erfolge unter der Bedingung, dass Kittleson den Irak unverzüglich verlasse. Die Erklärung nannte die Entscheidung eine Reaktion auf die Haltung des scheidenden Regierungschefs, ohne nähere Details zu nennen.

Zugleich berichteten US‑amerikanische Nachrichtenagenturen, Kittleson sei am Dienstag freigelassen worden und beriefen sich dabei auf irakische Regierungsstellen. Der gegenwärtige Aufenthaltsort der 49‑Jährigen blieb jedoch unklar; es gibt keine bestätigten Angaben dazu, wo sie sich nun aufhält. Ein enger Bekannter und Notfallkontakt der Journalistin sagte, er habe die von der Miliz verbreitete Erklärung gesehen, wies aber darauf hin, dass es bislang keine offizielle Bestätigung aus Washington gebe.

Bei der Entführung Ende März verfolgten irakische Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben mehrere Verdächtige. Die Verfolgungsjagd mündete demnach in einen Verkehrsunfall, bei dem ein Fahrzeug umkippte und eine Person festgenommen wurde. Premierminister Mohammed Shiaa al‑Sudani hatte in der vergangenen Woche die Sicherheitskräfte angewiesen, die Verantwortlichen für Angriffe auf Ausländer zu verfolgen und die Ermittlungen zu beschleunigen.

In einer begleitenden Mitteilung kündigte Kataib Hezbollah außerdem an, eine Aufnahme zu veröffentlichen, die Kittlesons Rolle und Aktivitäten im Irak zeigen solle; nähere Angaben blieben aus. Vor der Entführung sollen US‑Stellen die Journalistin demnach wiederholt gewarnt haben. Vertraute berichteten, Kittleson sei über mögliche Bedrohungen durch iranisch‑unterstützte Milizen informiert worden und ihr Name sei auf einer Liste aufgetaucht, die angeblich Entführungen oder Angriffe gegen weibliche Journalisten plante.

Kittleson, die in Rom lebt und zuvor über Konflikte in Afghanistan, Irak und Syrien berichtet hatte, steht damit im Mittelpunkt eines Vorfalls, der die Spannungen in der Region weiter spiegelt. Seit Beginn des Kriegs zwischen den USA und Israel einerseits und Iran andererseits haben Iran‑nahe irakische Milizen wiederholt Ziele mit US‑Bezug angegriffen. Das US‑Außenministerium rät weiterhin von Reisen in den Irak ab.