Israel und Libanon führen dritte Runde direkter Gespräche in Washington
Zwei Tage Verhandlungen zielen darauf ab, kurz vor Ende der Waffenruhe eine Verlängerung zu erreichen und strittige Punkte wie Truppenabzug und Entwaffnung zu klären.
Nach Angaben von Teilnehmern begann die dritte Runde direkter Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon am Donnerstag in Washington und wurde am Freitag fortgesetzt. Ein Sprecher des US-Außenministeriums bezeichnete die erste Sitzung als produktiv und positiv; die Gespräche sollten dem Sprecher zufolge am folgenden Tag fortgeführt werden.
Im Mittelpunkt der zweitägigen Gespräche stehen die Hoffnung auf eine Verlängerung der laufenden Waffenruhe und die Lösung zentraler Streitfragen, darunter der Abzug israelischer Truppen aus dem Süden des Libanon sowie die Entwaffnung der Hisbollah. Libanesische Vertreter verfolgen das Ziel, die Feuerpause zu stabilisieren und zugleich Wege zu finden, um die festgefahrenen Punkte anzugehen.
Zugleich ist die Hisbollah, die vom Iran unterstützt wird, nicht Teil der Verhandlungen und hat sich ausdrücklich gegen direkte Gespräche zwischen Beirut und Jerusalem ausgesprochen. Anders als in der vorherigen Runde, die von den Botschaftern beider Staaten geleitet wurde, sind diesmal höherstufige Gesandte beteiligt, was die Verhandlungen nach Angaben von Teilnehmern als intensiveren Ansatz erscheinen lässt.
Gleichzeitig dauern die Gefechte entlang der Grenze an. Das libanesische Gesundheitsministerium teilte mit, dass Israel am Mittwoch sieben Fahrzeuge getroffen habe, darunter drei auf der Hauptstraße südlich von Beirut; dabei seien 12 Menschen getötet worden, unter ihnen eine Frau und zwei Kinder. Weitere Angriffe hätten zehn weitere Todesopfer gefordert, darunter sechs Kinder. Das israelische Militär meldete zudem die Explosion einer Hisbollah-Drohne nahe Rosh Hanikra, bei der drei Menschen verletzt wurden — die ersten zivilen Verletzungen seit Inkrafttreten der Waffenruhe.
Unterdessen haben die Feindseligkeiten, die Anfang März wieder aufgelebt waren, zu hohen Opferzahlen geführt. Den Angaben zufolge sind im Libanon landesweit 2.896 Menschen getötet und 8.824 verletzt worden. Auf israelischer Seite wurden demnach 18 Soldaten, zwei Zivilisten und ein in Südlibanon tätiger Vertragsarbeiter getötet.