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IWF-Tagung: Experten warnen vor Risiko einer globalen Rezession und hoher Inflation

Bei der Frühjahrstagung des IWF dominierten Szenarien zu Einbrüchen, Energiepreisschocks und verschlechterten Finanzierungsbedingungen die Debatten.

Handelsblatt (Kommentar) 2 Min Lesezeit
Titelbild: IWF-Tagung: Experten warnen vor Risiko einer globalen Rezession und hoher Inflation
  • IWF-Experten skizzieren ein Negativszenario mit rund zwei Prozent Wachstum und mehr als sechs Prozent Inflation
  • steigende Energiepreise und engere Finanzierungsbedingungen gefährden vor allem Entwicklungs- und Schwellen

Nach Angaben von Teilnehmern der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds in Washington standen Finanzminister und Notenbankchefs im Austausch über ausgeprägte Risiken für die Weltwirtschaft. Im Mittelpunkt der Diskussionen lag ein Negativszenario, das globales Wachstum von nur etwa zwei Prozent und eine Inflationsrate von mehr als sechs Prozent beschreibt — Werte, die in ihrer Kombination einem Rezessionsrisiko gleichkommen.

Daneben warnte die Debatte vor erheblichen Problemen bei den Finanzierungsbedingungen. Steigende Zinsen und engere Kreditmärkte könnten die Refinanzierung von Staaten und Unternehmen verteuern und insbesondere Entwicklungs- und Schwellenländer hart treffen. IWF-Experten und Vertreter der Weltbank betonten, dass sich solche Schocks nicht notwendigerweise auf diese Länder beschränken müssten, weil grenzüberschreitende Spillover die Schwächsten rasch in die Nähe systemischer Risiken bringen können.

Unterdessen rückten geopolitische Spannungen, namentlich der anhaltende Konflikt rund um den Iran, als Verstärker der wirtschaftlichen Risiken in den Blick. Länger andauernde Auseinandersetzungen könnten die Energiepreise weiter anziehen und damit sowohl die Inflationsentwicklung als auch die Belastung der Finanzierungsbedingungen verschärfen. Dies würde eine zweiseitige Belastung erzeugen: Nachfrage und Kosten bleiben gedrückt, während die Geldpolitik angesichts hoher Inflationsraten gleichzeitig Raum zur Lockerung verliert.

Gleichzeitig gab es in Washington den Appell zu sachlicher Vorbereitung statt zu Panikreaktionen. Die Gesprächspartner hoben hervor, dass es angemessen sei, sich auf deutlich schlechtere Szenarien einzustellen, um die Widerstandsfähigkeit von Staaten und Finanzmärkten zu stärken. Konkrete Maßnahmen wurden in der Runde nicht beschrieben; die Kernbotschaft lautete jedoch, dass präventive Vorkehrungen und eine robuste Krisenplanung nötig sind, um mögliche Schocks abzufedern.