Kerninflationsmaß klettert auf Dreijahreshoch – US-Verbrauchervertrauen schwächt sich ab
Inflationsrate stieg im April auf 3,8% im Jahresvergleich; Verbraucherindikatoren und höhere Hypothekenzinsen belasten Haushalte und verschärfen die politische Lage der Republikaner.
Nach Angaben des US‑Handelsministeriums beschleunigte sich ein von der Federal Reserve beobachtetes Kerninflationsmaß im April auf 3,8 Prozent im Jahresvergleich. Damit erreichte die Kennzahl den höchsten Stand seit Mai 2023 und lag über dem Märzwert von 3,5 Prozent; auf Monatsbasis stiegen die Preise um 0,4 Prozent, nachdem sie im März um 0,7 Prozent zugelegt hatten.
Zugleich gaben Konsumentenindikatoren ein gemischtes Bild: Das Conference Board meldete für Mai ein leicht schwächeres Verbrauchervertrauen. Der Index fiel um 0,7 Punkte auf 93,1, nachdem er in den drei vorangegangenen Monaten gestiegen war. Ein separater Stimmungsindikator der Universität Michigan sank demnach sogar auf ein Rekordtief, was die Verunsicherung vieler Haushalte zusätzlich unterstreicht.
Die Entwicklung trifft private Budgets an mehreren Fronten. Neben den höheren Konsumkosten wirken sich auch steigende Finanzierungskosten aus: Die Benchmark‑Hypothekenzinsen für 30‑jährige Festdarlehen erhöhten sich laut Freddie Mac auf 6,53 Prozent und erreichten damit den höchsten Stand seit neun Monaten. Höhere Raten vermindern die Kaufkraft potenzieller Eigenheimkäufer und können geplante Anschaffungen oder Investitionen verzögern.
Gleichzeitig zeigen die Daten klare Risiken für die politische Agenda: Anhaltend hohe Lebenshaltungskosten belasten die Stimmung in der Bevölkerung und könnten die politische Ausgangslage für Präsident Trump und die republikanische Partei verschlechtern. Bereits beobachtete Reaktionen an Aktien‑ und Anleihemärkten deuten auf erhöhte Volatilität hin, während Verbraucherindikatoren auf anhaltende Belastungen der Kaufkraft und damit auf Druck für den privaten Konsum hindeuten.