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Kim lobt nordkoreanische Soldaten, die sich Berichten zufolge zur Vermeidung von Gefangennahme selbst sprengten

Staatschef ehrt Gefallene als Helden; Rede bestätigt Berichte über extremen Befehl, sich vor Gefangennahme selbst zu töten.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Kim lobt nordkoreanische Soldaten, die sich Berichten zufolge zur Vermeidung von Gefangennahme selbst sprengten
Kim Jong-un würdigt erstmals Soldaten, die sich den Angaben nach mit Granaten selbst getötet haben sollen, um einer Gefangennahme zu entgehen.

Nach Angaben nordkoreanischer Staatsmedien hat Machthaber Kim Jong-un bei einer Gedenkfeier erstmals öffentlich Soldaten gelobt, die sich offenbar mit Granaten selbst in die Luft gesprengt haben, um einer Gefangennahme zu entgehen. Die Rede hielt er bei der Einweihung eines Denkmals; ein Transkript veröffentlichte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA.

Im Mittelpunkt der Ansprache standen demnach jene Kämpfer, die sich nach Darstellung der Führung derart extremen Maßnahmen bedient hätten. Kim bezeichnete sowohl diejenigen, die sich angeblich selbst zerstört hätten, als auch jene, die im Vormarsch fielen, ausdrücklich als Helden. Überlebende nannte er zugleich Patrioten.

Nach dem Schritt, nordkoreanische Truppen nach Russland zu entsenden, waren die Einheiten laut Berichten an schweren Gefechten in der Region um Sudzha beteiligt. Dort hatte es zuvor eine kurzzeitige Einnahme durch ukrainische Kräfte gegeben; südkoreanische und ukrainische Stellen zählten in den Kämpfen nach deren Angaben tausende Opfer unter nordkoreanischen Soldaten. Zwei Gefangene befinden sich demnach in Kiew; beide sollen versucht haben, sich selbst zu sprengen, wurden dabei aber wegen schwerer Verwundungen daran gehindert.

Zugleich markiert Kims Wortwahl einen bemerkbaren öffentlichen Hinweis auf eine Praxis, zu der zuvor bereits Hinweise aus Geheimdienstberichten und Aussagen von Überläufern vorlagen: die angebliche Anweisung an Truppen, im Falle einer Gefangennahme die Selbsttötung oder Selbstdetonation in Erwägung zu ziehen. In seiner Rede lobte Kim die Tapferkeit derjenigen, die unverzagt den Weg der Selbstzerstörung und des Opfers gewählt hätten, und würdigte zugleich jene, die im Sturmangriff gefallen seien.

Daneben betonte er die Treue der Überlebenden zur Führung und bezeichnete ihr Verhalten als Ausdruck von Patriotismus. Die Würdigung fand vor russischen Amtsträgern und trauernden Angehörigen statt und unterstreicht, dass die nordkoreanische Führung die Taten als kriegswürdige Opfer darstellt. Beobachter sehen in der Ansprache einen ersten expliziten Verweis des Staatschefs auf diese extreme Praxis, die internationale Aufmerksamkeit und Besorgnis ausgelöst hat.