Lohnsteuer 2024: Aufkommen steigt auf 37,3 Milliarden Euro, 7,43 Mio. Steuerpflichtige
Die Statistik Austria berichtet für 2024 ein Lohnsteueraufkommen von 37,3 Milliarden Euro und insgesamt 7,43 Millionen lohnsteuerpflichtige Einkommensbezieher:innen.
- Die Summe der Bruttobezüge stieg 2024 auf 283,1 Milliarden Euro, das sind 8,5% mehr als 2023.
- Das Lohnsteueraufkommen legte um 7,9% zu und erreichte 37,3 Milliarden Euro.
- Rund 4,85 Mio. Lohnsteuerpflichtige waren Arbeitnehmer:innen, 2,58 Mio. Pensionist:innen.
- Bei 19,9% der Lohnsteuerpflichtigen ergab sich aufgrund niedriger Bezüge keine anrechenbare Lohnsteuer.
- Ganzjährig Vollzeitbeschäftigte kamen 2024 im Schnitt auf 64.404 Euro brutto pro Jahr.
Die Statistik Austria hat ihren neuen STATreport „Lohnsteuer 2024“ veröffentlicht und damit ein zentrales Update zur Einkommens‑ und Steuerstruktur von Arbeitnehmer:innen und Pensionist:innen vorgelegt. Kernpunkt: Das Lohnsteueraufkommen stieg im Jahr 2024 um 7,9% auf 37,3 Milliarden Euro. Parallel legten die Bruttobezüge aller Lohnsteuerpflichtigen um 8,5% auf 283,1 Milliarden Euro zu.
Die Auswertung basiert auf Lohnzetteln, die von der Finanzverwaltung geliefert werden. Dadurch handelt es sich um eine Vollerhebung mit sekundärstatistischem Charakter: Abgebildet werden nicht nur Löhne und Gehälter, sondern auch Pensionsbezüge sowie die darauf entfallenden Sozialversicherungsbeiträge und Steuern. Die Statistik wird unter anderem nach sozialer Stellung, Geschlecht, Alter, Beschäftigungsausmaß, Wirtschaftsbereichen und Regionen gegliedert.
Insgesamt waren 2024 in Österreich 7.431.652 Menschen lohnsteuerpflichtig, um 0,4% mehr als im Jahr davor. Davon entfielen 4.849.233 auf Arbeitnehmer:innen und 2.582.419 auf Pensionist:innen. Etwa die Hälfte der Lohnsteuerpflichtigen waren Männer; sie erzielten den größeren Anteil der Bruttobezüge und trugen einen überproportionalen Anteil zum Lohnsteueraufkommen bei – ein Muster, das mit Unterschieden bei Arbeitszeit, Branchen und Einkommensniveaus zusammenhängt.
Auffällig ist auch die Spannbreite bei der Steuerwirksamkeit: Bei 19,9% der Lohnsteuerpflichtigen ergab sich aufgrund geringer Bezüge keine anrechenbare Lohnsteuer. Auf der Beschäftigungsseite hatten 73,7% der unselbständig Erwerbstätigen ganzjährige Bezüge; 50,6% waren ganzjährig vollzeitbeschäftigt. Für diese Gruppe weist die Statistik einen durchschnittlichen jährlichen Pro‑Kopf‑Bruttobezug von 64.404 Euro aus, wobei Männer und Frauen deutlich unterschiedliche Werte erreichen.
Der Bericht zeigt außerdem, wie stark Einkommen nach Branche und Region variieren. Bei ganzjähriger Vollzeit lagen die durchschnittlichen Bruttobezüge in Finanz‑ und Versicherungsdienstleistungen deutlich über dem Niveau der Beherbergung und Gastronomie. Regional lagen einzelne Bundesländer über dem Bundesschnitt; auch innerhalb Wiens sticht der 1. Bezirk mit sehr hohen Durchschnittsbezügen heraus. Solche Strukturdaten sind für Lohn‑ und Gehaltsverhandlungen, Verteilungsdebatten sowie die Abschätzung von Steueraufkommen und Sozialbeiträgen relevant.
Für die öffentliche Debatte ist die Lohnsteuerstatistik vor allem deshalb wichtig, weil sie Veränderungen bei Beschäftigung, Teilzeit, Pensionen und Einkommensverteilung in Zahlen fasst – und damit eine belastbare Grundlage für Entscheidungen in Steuer‑, Sozial‑ und Arbeitsmarktpolitik liefert. Die Detailtabellen und der begleitende Online‑Datenzugang erlauben zudem, Entwicklungen über die Jahre vergleichbar zu verfolgen.