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Mehr als 1.700 Briten, die in Kap Verde erkrankten, reichen Klage gegen Tui ein

Irwin Mitchell leitet Sammelklage nach Berichten über Magenkrankheiten und Todesfälle bei Urlaubern in Kap Verde; Tui untersucht die Vorwürfe.

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Titelbild: Mehr als 1.700 Briten, die in Kap Verde erkrankten, reichen Klage gegen Tui ein
Irwin Mitchell nennt mehr als 1.700 Kläger und berichtet von Berichten über mindestens acht Todesfälle nach Aufenthalten in Kap Verde.

Nach Angaben von Irwin Mitchell haben sich mehr als 1.700 britische Urlauber einer Sammelklage gegen den Reiseveranstalter Tui angeschlossen, nachdem sie auf Pauschalreisen nach Kap Verde erkrankten. Die Kanzlei führt persönliche Schadensersatzansprüche und teilte mit, sie habe zuletzt auch noch Kontakt zu Betroffenen gehabt, die erst vor etwa zwei Wochen erkrankt seien.

Im Mittelpunkt der Klagen stehen Magen-Darm-Erkrankungen, darunter Infektionen mit E. coli, Salmonellen und Shigella sowie parasitäre Erkrankungen wie Cryptosporidium. Die Betroffenen reichen laut Angaben der Anwälte bis zu Säuglingen im Alter von sechs Monaten; Irwin Mitchell geht davon aus, dass inzwischen mindestens acht Briten nach Aufenthalten in Kap Verde gestorben sein könnten.

Zugleich weist Irwin Mitchell darauf hin, dass Anwälte Beweise für Mängel in einzelnen Hotels zusammengetragen haben. Der Kanzlei vorliegendes Videomaterial zeige unter anderem offenbar ungenügend gegarte Speisen, Buffets, die von Fliegen umgeben seien, sowie Schimmel in Zimmern. In einer früheren Untersuchung hatte die britische Gesundheitsbehörde für Februar vor Reisen nach Kap Verde gewarnt; seit Oktober 2025 wurden demnach 112 mit Kap Verde in Verbindung gebrachte Shigella-Fälle und 43 Salmonellenfälle registriert.

Tui erklärte, es sei tief betroffen von den Berichten über diese tragischen Verluste und betonte, die Gesundheit und Sicherheit der Kunden habe höchste Priorität. Der Konzern teilte zugleich mit, bislang keinen Zugang zum vollständigen, unveröffentlichten Gesundheitsbericht aus Kap Verde zu haben, und untersuche die Vorwürfe. Zu Einzelfällen äußerte sich Tui nicht konkret.

Daneben kündigte Irwin Mitchell an, die Fälle notfalls vor dem High Court zu verfolgen. Die Kanzlei rechnet damit, dass gerichtliche Anordnungen Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe zur Folge haben könnten, sollten keine gütlichen Einigungen erzielt werden. Sie betont zugleich, in ihrer bisherigen Praxis keine vergleichbar große Fallzahl mit derart zahlreichen schweren Folgen gesehen zu haben.

Inzwischen bleibt Kap Verde ein beliebtes Reiseziel mit warmem Klima und Stränden; seit 2022 hat Tui nach eigenen Angaben mehr als eine Million Urlauber dorthin gebracht. Die laufenden Ermittlungen der Gesundheitsbehörden und die juristischen Schritte werden entscheidend dafür sein, ob und in welchem Umfang der Reiseveranstalter für die Vorwürfe haftbar gemacht wird.