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Mehr als 1.700 Briten, die in Kap Verde erkrankten, schließen sich Klage gegen Tui an

Irwin Mitchell leitet Sammelklage wegen massenhafter Magen-Darm-Erkrankungen; Tui ermittelt, vollständiger Gesundheitsbericht aus Kap Verde noch nicht vorgelegt.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Mehr als 1.700 Briten, die in Kap Verde erkrankten, schließen sich Klage gegen Tui an
  • Anwälte sprechen von möglicherweise acht Todesfällen
  • britische Gesundheitsbehörde hatte zuvor vor Reisen nach Kap Verde gewarnt.

Nach Angaben der Kanzlei Irwin Mitchell haben sich mehr als 1.700 Britinnen und Briten einer Sammelklage gegen den Reiseveranstalter Tui angeschlossen. Die Kläger geben an, während Pauschalurlauben auf den Kapverdischen Inseln erkrankt zu sein; die Kanzlei führt die Fälle als persönliche Schadensersatzklagen und meldet fortlaufend weitere Betroffene, darunter Menschen, die sich erst vor rund zwei Wochen infiziert hätten.

Im Mittelpunkt der Vorwürfe stehen Berichte über schwere gastrointestinale Erkrankungen. Die Kläger benennen Infektionen mit E. coli, Salmonellen und Shigellen sowie parasitäre Erreger wie Cryptosporidium. Irwin Mitchell spricht zudem von mehreren schweren Verläufen und geht nach eigenen Angaben inzwischen von mindestens acht britischen Todesfällen in Zusammenhang mit Urlauben in Kap Verde in den vergangenen Jahren aus.

Nach dem Schritt, die Causa öffentlich zu machen, richteten sich Ermittlungen und Warnungen an Reisende. Bereits im Februar hatte die britische Gesundheitsbehörde eine Reisewarnung für Kap Verde ausgegeben; sie verband seit Oktober 2025 zahlreiche Shigella- und Salmonellenfälle mit Reisen in das Inselarchipel. Shigella und Salmonellen können Durchfall, Bauchkrämpfe und Fieber verursachen und stehen im Zentrum der gesundheitlichen Bedenken.

Zugleich sammelt die Anwaltskanzlei nach eigenen Angaben Beweise zu möglichen Hygieneproblemen in einzelnen Hotels. Sichtungen von Aufnahmen sollen auf offenbar unzureichend gegarte Speisen, Fliegen an Buffets und Schimmel in Zimmern hinweisen. Irwin Mitchell kündigte an, notfalls vor dem High Court zu klagen und rechnet im Fall eines nicht gütlichen Vergleichs mit Gerichtsurteilen, die mehrere Millionen Pfund an Schadensersatz zur Folge haben könnten.

Inzwischen betont Tui, die Vorwürfe zu untersuchen, teilte jedoch mit, derzeit keine Stellung nehmen zu können und noch nicht vollen Zugang zu einem bislang unveröffentlichten Gesundheitsbericht aus Kap Verde zu haben. Die Aussagen des Veranstalters lassen daher offene Fragen zu Verantwortlichkeit und möglichen organisatorischen Versäumnissen.

Daneben verweisen Hotels und Betreiber auf ihre Sicherheitsstandards. RIU Hotels and Resorts erklärte, die Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen in seinen Häusern auf Kap Verde würden externen Prüfungen unterliegen. Konkrete Ergebnisse aus dem erwarteten Gesundheitsbericht und mögliche juristische Konsequenzen bleiben nach wie vor abzuwarten, während die Kläger Altersgruppen von Säuglingen bis zu älteren Reisenden umfassen und Angehörige teils schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle schildern.