Mehr als 100 kurz zuvor aus den USA abgeschobene Venezolaner nach schweren Erdbeben in Venezuela vermisst
Ein Abschiebeflug aus Miami landete Stunden vor den verheerenden Beben in La Guaira; viele der Rückkehrer galten danach als vermisst, andere wurden verletzt oder unter Trümmern geborgen.
- Ein Deportationsflug erreichte Venezuela kurz vor zwei schweren Erdbeben
- mehr als 100 der Abschobenen werden vermisst oder standen nach dem Einsturz eines Hotels unter den Trümmern.
Die Kernentwicklung: Mehr als 100 Menschen, die wenige Stunden zuvor aus den USA nach Venezuela abgeschoben worden waren, gelten nach zwei schweren Erdbeben in La Guaira als vermisst oder wurden aus Trümmern geborgen. Ein Flug aus Miami war demnach am selben Tag in Caracas gelandet; die Rückkehrer wurden in einem Hotel in La Guaira untergebracht, als die Beben die Küstenstadt trafen.
Im Mittelpunkt stehen dramatische Rettungs- und Fluchtgeschichten Überlebender. Einige Deportierte befreiten sich mit Hilfe anderer Gäste und Nachbarn und sollen mehrere Kilometer zu einer Nationalgardeeinrichtung gelaufen sein, um Verwandte zu kontaktieren. Andere blieben zunächst verschüttet; Verletzte klagten über Prellungen, Schürfwunden und starke psychische Belastungen. Eine der Überlebenden berichtete, sie habe mit rund 20 weiteren Deportierten aus Trümmern geflohen und erst in einer Nationalgarde-Station wieder telefonieren können.
Der Schritt der Abschiebungen hatte sich in den Monaten zuvor beschleunigt. Im Mai waren mehrere Flüge nach Venezuela registriert worden, nachdem Abschiebungen dorthin im Februar 2025 wiederaufgenommen worden waren. Beobachtungen zufolge nahmen Rückführungen in dem Zeitraum zu; auf einem der Flüge sollen 146 Venezolaner gewesen sein, darunter Frauen und Kinder, und sie wurden in dem betroffenen Hotel medizinisch untersucht und registriert.
Zugleich erschwert die Lage in La Guaira die Hilfsanstrengungen. Rettungskräfte sind vor Ort, und internationale Unterstützung wirkt beim Auffinden von Überlebenden mit. Zerstörte Gebäude, beschädigte Straßen und eingeschränkte Kommunikation behindern jedoch die Koordination von Such- und Versorgungsmaßnahmen. Angehörige und Helfer setzen die Suche nach Vermissten fort und kümmern sich um die Erstversorgung Verletzter, während die Regierung die Opferzahl der Erdbeben insgesamt mit mehr als 1.700 angibt.