Museum of Edible Earth in London lädt Besucher zum Probieren von Erde ein
Die Amsterdam‑basierte Künstlerin und Forscherin masharu zeigt in Somerset House Hunderte essbare Erden aus der ganzen Welt und diskutiert Verbindung zwischen Mensch und Boden.
Nach Angaben von masharu ist die Ausstellung Museum of Edible Earth derzeit in London zu sehen und bietet einen ungewöhnlichen Zugang zur Beziehung zwischen Menschen und Boden. Die Amsterdam‑basierte Künstlerin und Akademikerin hat nach eigenen Angaben ein Kollektionkonzept entwickelt, das geophagische Praktiken – das bewusste Essen von Erden und Tonarten – in einen kulturellen und wissenschaftlichen Kontext stellt.
Im Mittelpunkt der Schau stehen nach Angaben der Kuratorin über 600 Proben essbarer Erde aus 44 Ländern, die in kleinen Gläsern präsentiert werden. Besucher begegnen einer Regalwand mit pulverartigen Proben und einem langen, gemeinschaftlichen Tasting‑Tisch, an dem sie jeweils einen Löffel Erde probieren können. masharu betont, dass die partizipative Komponente die wichtigste sei, weil sie direkte Erfahrungen und Gespräche über Entfremdung von natürlichen Umgebungen fördern solle.
Gleichzeitig verwebt die Ausstellung historische und ethnographische Perspektiven auf Geophagie. Die Praxis werde sowohl in Ritualen bestimmter Gesellschaften als auch in historischen medizinischen Beschreibungen erwähnt, heißt es. masharu berichtet außerdem von Online‑Communities, in denen Mitglieder Tonarten tauschen, und von Restaurants, die Bodenbestandteile als Zutat nutzen. In einigen Kulturen werde Erde als Symbol für Fruchtbarkeit oder als rezeptive Praktik gesehen.
Unterdessen weist die Präsentation auf gesundheitliche Risiken hin und begleitet die Kostproben mit Sicherheitshinweisen. Somerset House‑Proben seien getestet und versehen worden, doch masharu räumt ein, dass es bei einem früheren Event mit tonbasierten Cocktails Krankheitsfälle mit Durchfall und Erbrechen gegeben habe; nachfolgende Untersuchungen hätten mögliche Ursachen näher beleuchtet. Die Ausstellung läuft laut Veranstalter im Rahmen von Programmen zum Earth Day und soll Debatten über Naturnähe und Umweltwahrnehmung anstoßen.