Musk dominiert erste Woche im Prozess gegen Altman: Drei Tage Zeugenaussagen und Vorwurf, OpenAI habe eine Stiftung ausgebeutet
Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk trat drei Tage als zentraler Zeuge auf und schilderte, dass er OpenAI ursprünglich als gemeinnützige Gegenkraft gegründet habe.
- Musk wiederholte die Formel Man kann eine Wohltätigkeitsorganisation nicht einfach stehlen
- der Prozess setzt sich in der nächsten Woche mit Zeugenaussagen von Altman und Brockman fort.
Im Mittelpunkt der ersten Prozesswoche stand die dreitägige Zeugenaussage von Elon Musk, der vor der Jury in Oakland erneut den Vorwurf erhob, Führungskräfte von OpenAI hätten die ursprünglich gemeinnützige Mission der Organisation zugunsten kommerzieller Interessen aufgegeben. Musk schilderte ausführlich die Gründungsidee, seine Rolle bei der Rekrutierung von Schlüsselpersonen und die Entwicklung der Organisation in den Jahren danach.
Zugleich bekräftigte er, dass er OpenAI 2015 als Non-Profit ins Leben gerufen habe, um dem Einfluss großer Technologieunternehmen ein Gegengewicht entgegenzusetzen. Er argumentierte, die Gründer hätten die Struktur so verändert, dass sie sich persönlich bereichert hätten, und klagte an, die von ihm eingebrachten Mittel seien für nicht autorisierte kommerzielle Zwecke eingesetzt worden. OpenAI wies die Anschuldigungen zurück.
Inzwischen hatte die Verhandlung zu Wochenbeginn mit der Auswahl einer neunköpfigen Jury begonnen; kurz darauf hielten die Anwälte beider Seiten ihre Eröffnungsplädoyers. Musk gab zu, kommerzielle Einheiten nicht grundsätzlich abzulehnen, kritisierte jedoch, dass das Streben nach Gewinn die ursprünglichen gemeinnützigen Ziele in den Hintergrund gedrängt habe. Seine Ausführungen zur strategischen Entwicklung zielten darauf ab zu zeigen, wie sich die Prioritäten der Organisation verändert hätten.
Gleichzeitig erläuterte Musk auch seinen eigenen Weg nach dem Weggang aus OpenAI: Er verließ das Board im Jahr 2018 und gründete später xAI, das kürzlich mit SpaceX fusionierte. Bei der Befragung räumte er ein, dass xAI zur Validierung und zum Training teilweise Modelle anderer Anbieter nutzte, und spielte die Bedeutung seines Unternehmens im Vergleich zu OpenAI herunter.
Daneben thematisierte die Verhandlung wirtschaftliche Folgen für OpenAI, deren Wert nach der Produkteinführung und anschließenden externen Finanzierungen deutlich gestiegen sei. Die Sitzung endete unter der Leitung der Richterin; nach einer freien Gerichtsverhandlung am Freitag soll der Prozess in der kommenden Woche mit den erwarteten Zeugenaussagen von Sam Altman und Greg Brockman fortgesetzt werden.