Myanmar entlässt Win Myint und reduziert Aung San Suu Kyis Haftstrafe im Rahmen breiter Amnestie
Präsident Min Aung Hlaing begnadigte alle zum Tode Verurteilten und ließ zur Feier des Thingyan‑Neujahrs Tausende Gefangene frei, darunter Ex‑Präsident Win Myint; das Strafmaß für Aung San Suu Kyi wurde reduziert.
- Min Aung Hlaing hob alle Todesurteile auf und ordnete die Freilassung rund 4.300 Gefangener an
- Win Myint wurde entlassen, Suu Kyis Haftverkürzung beträgt offenbar viereinhalb Jahre.
Nach Angaben wurde im Vorfeld des traditionellen Thingyan‑Festivals in Myanmar eine weitreichende Amnestie verfügt, die mehrere prominente politische Gefangene umfasst. Der Schritt fiel mit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Min Aung Hlaing zusammen, der nach den Meldungen die Begnadigungen angeordnet hat.
Im Mittelpunkt der Maßnahme stand die Freilassung des früheren Präsidenten Win Myint, der am selben Tag aus der Haft entlassen wurde. Gleichzeitig wurde die Haftstrafe für die ehemalige Regierungschefin Aung San Suu Kyi deutlich reduziert; ihr verbleibender Strafrest soll demnach auf viereinhalb Jahre verkürzt worden sein.
Zugleich ordnete die Präsidentschaft die Aussetzung aller Todesurteile an und verfügte die Freilassung von rund 4.300 weiteren Gefangenen. Die Regierung stellte die Maßnahme als Geste zum Beginn des Thingyan‑Neujahrs dar, eines Anlasses, der in Myanmar traditionell mit Begnadigungen verbunden ist.
Daneben bleibt offen, unter welchen Bedingungen die Entlassenen die Haftanstalten verlassen und ob Auflagen bestehen. Konkrete Informationen zu den Auswahlkriterien für die Amnestie oder zu weiteren betroffenen Persönlichkeiten wurden nicht mitgeteilt.
Nach dem Schritt könnten einzelne Freilassungen symbolischen Charakter tragen, zugleich aber auch praktische Folgen für die Betroffenen haben. Insgesamt stellt die Maßnahme einen spürbaren, wenn auch nicht umfassenden Schritt zur Entlastung politisch exponierter Häftlinge dar.