NATO‑Minister debattieren US‑Abzug aus europäischer Sicherheitsgarantie und Produktionslücke durch Krieg im Iran
Außenminister trafen in Schweden zusammen, um Konsequenzen einer angekündigten Reduktion US‑militärischer Garantien zu bewerten und Wege zur Aufstockung der Verteidigungsproduktion zu beraten.
Nach Angaben von Teilnehmern versammeln sich die NATO‑Außenminister zu einer zweitägigen Sitzung in Schweden, um auf die Ankündigung der US‑Regierung zu reagieren, ihre Beteiligung an der europäischen Sicherheitsarchitektur schrittweise zu reduzieren. Die Mitteilung lässt offen, an welchen Stellen und in welchem Umfang die US‑Unterstützung im Krisen‑ oder Kriegsfall eingeschränkt werden soll; konkrete Details seien zu einem späteren Zeitpunkt geplant.
Im Mittelpunkt der Beratungen steht die Frage, wie die Allianz ihre Abschreckungsfähigkeit bewahren kann, wenn sich die Rolle der USA verändert. NATO‑Generalsekretär Mark Rutte spielte die Ankündigung vor dem Treffen zwar herunter und hob hervor, dass Anpassungen strukturiert und über die Zeit erfolgen würden, zugleich versicherte er, die USA blieben in Europa engagiert. Die Minister sollen prüfen, welche Änderungen im NATO‑Force‑Model nötig sind, damit nationale Beiträge und kollektive Verteidigungsbedarfe neu koordiniert werden können.
Zugleich rücken die Bestandsprobleme der Verteidigungsmittel in den Fokus: Der andauernde Krieg im Iran hat nach Angaben der Versammlung zu erheblichen Abnutzungen an US‑Waffen und Munition geführt. US‑Vertreter, darunter Außenminister Marco Rubio, werden demnach die dringende Notwendigkeit einer höheren Rüstungsproduktion betonen. Diskutiert wird vor allem, wie schnell politische Verpflichtungen in reale Produktionskapazitäten übersetzt werden können, damit Engpässe bei Lieferungen komplexer Systeme, etwa an die Ukraine, vermieden werden.
Daneben beraten die Minister die Vorbereitung des NATO‑Gipfels im Juli in Ankara. Auf der Agenda steht unter anderem die Frage, ob Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut eine formelle Einladung erhalten soll. Die Beratungen in Schweden sollen als Zwischenetappe dienen, um politische Leitlinien und praktische Anpassungen abzustimmen, bevor die Staats‑ und Regierungschefs in Ankara zusammenkommen.