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Russisches Jet bringt RAF‑Aufklärer bei riskantem Manöver gefährlich nahe

Ein Su‑27 soll einem unbewaffneten RAF‑Rivet‑Joint bis auf sechs Meter nahegekommen sein; ein Su‑35 löste offenbar Notfall‑Systeme aus.

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Titelbild: Russisches Jet bringt RAF‑Aufklärer bei riskantem Manöver gefährlich nahe
  • Verteidigungsminister John Healey nannte die Vorfälle ‚gefährlich und inakzeptabel‘
  • das Verteidigungsministerium spricht von der schwersten Eskalation gegen ein Rivet‑Joint‑Flugzeug seit 2022.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums flog Mitte April ein russisches Su‑27‑Jagdflugzeug wiederholt in unmittelbarer Nähe eines britischen Aufklärungsflugzeugs, während dieses mit etwa 500 Meilen pro Stunde über dem Schwarzen Meer unterwegs war. Das russische Flugzeug habe demnach sechs Überholmanöver direkt vor der Nase des unbewaffneten RAF‑Rivet‑Joint durchgeführt und das Risiko einer Kollision erheblich erhöht.

Im Mittelpunkt eines zweiten Vorfalls stand ein Su‑35, das in derselben Zeitspanne so nahe an einem weiteren britischen Aufklärer geflogen sein soll, dass die Bord‑Notfall‑Systeme des Rivet Joint ausgelöst wurden. Unter anderem habe das Ereignis dazu geführt, dass der Autopilot deaktiviert wurde; die Mission sei dennoch fortgesetzt worden. Beide Einsätze hätten in internationalem Luftraum stattgefunden, das Flugzeug war unbewaffnet und Teil regulärer Nato‑Patrouillen.

Zugleich betonte das Verteidigungsministerium die Bedeutung des Rivet Joint als Plattform für elektronische Überwachung: Das Flugzeug operiert mit einer Besatzung von bis zu 30 Personen und verfügt demnach über Sensorreichweiten von rund 150 Meilen. Solche Aufklärungsflüge dienen der Beobachtung in internationalen Gewässern und sind laut Ministerium routinemäßiger Bestandteil alliierter Luftpatrouillen.

Verteidigungsminister John Healey verurteilte die Manöver scharf und bezeichnete das Verhalten der russischen Piloten als inakzeptabel. Er warnte vor den ernsthaften Unfallrisiken und der Gefahr einer unbeabsichtigten Eskalation, hob aber zugleich die Professionalität der RAF‑Besatzung hervor, die der Darstellung zufolge ihre Aufgabe trotz der Störungen entschlossen fortsetzte.

Nach Angaben des Ministeriums stellen die Vorfälle die schwerwiegendsten russischen Aktionen gegen ein britisches Rivet‑Joint‑Flugzeug seit einem Vorfall im Jahr 2022 dar. Demnach sei das Risiko durch die Nähe und die wiederholten Manöver ungewöhnlich hoch gewesen, was die Besorgnis über mögliche Gefährdungen für Besatzung und Fluggerät erhöhe.