JKCM News
Startseite
Österreich

ÖBB zieht nach fast 50 Jahren den Stecker: Baureihe 4020 wird im Sommer endgültig ausgemustert

Die blau-weißen Schnellbahntriebwagen aus den 1970er-Jahren werden im Sommer außer Dienst gestellt. ÖBB sehen genügend Ersatzfahrzeuge; eine ETCS-Nachrüstung wäre nicht wirtschaftlich.

KURIER / JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: ÖBB zieht nach fast 50 Jahren den Stecker: Baureihe 4020 wird im Sommer endgültig ausgemustert
  • Nach fast fünf Jahrzehnten endet der planmäßige Einsatz der 4020‑Garnituren in der Wiener S-Bahn
  • Umbauten und Sonderaktionen konnten die technische Altersschwäche nicht aufheben.

Nach Angaben der ÖBB werden die Schnellbahntriebwagen der Baureihe 4020 im kommenden Sommer endgültig aus dem Verkehr gezogen. Damit endet der planmäßige Einsatz jener Züge, die ab 1978 zunächst erprobt und später vor allem auf der Wiener Stammstrecke unterwegs waren.

Ursprünglich in den 1970er-Jahren konzipiert, durchliefen die 4020er über die Jahre zahlreiche Modernisierungen und Teilumbauten. Zu den Arbeiten gehörten eine Hauptausbesserung in den frühen 1990er-Jahren sowie nachträglich installierte Türsensoren und moderne Beleuchtung. Trotzdem reduzierte sich die Zahl der aktiven Garnituren von einst rund 120 auf zuletzt etwa zwei Dutzend.

Zugleich nennt das Unternehmen zwei Hauptgründe für die Ausmusterung: Zum einen stünden inzwischen ausreichend andere Fahrzeuge zur Verfügung, sodass die 4020er nicht länger als Reserve gebraucht würden. Zum anderen wird die neue Stammstrecke mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS ausgerüstet; eine Nachrüstung der alten Garnituren würde nach Angaben der ÖBB Millionen kosten und sei wirtschaftlich nicht vertretbar.

Daneben traten im Betrieb über die Jahre altersbedingte technische Probleme auf; wiederholt sorgten insbesondere Kompressoren für Störungen. Die vergleichsweise einfache Innenausstattung und die eingeschränkte Ausstattung nach mehrfachen Umbauten — darunter zuletzt meist nur noch ein WC pro Garnitur — machten die Fahrzeuge anfälliger für Kritik, zugleich aber auch zum Objekt nostalgischer Wertschätzung.

Gleichzeitig weckten Sonderaktionen Interesse: So wurde beispielsweise eine Garnitur anlässlich des 100‑jährigen Jubiläums der ÖBB zu einem Diskozug umgestaltet. Eisenbahnfreunde planen Abschiedsfahrten, während Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität die bevorstehende Ablösung durch modernere Züge begrüßen, die barrierefreie Einstiege ohne Stufen bieten. Betreiberseitig überwiegen bei der Entscheidung wirtschaftliche Abwägungen und die technische Kompatibilität mit neuen Sicherungssystemen.