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Österreichischer Viererbob stürzt in Cortina, Pilot Mandlbauer zur Überwachung nach Treviso verlegt

Beim Viererbob-Bewerb in Cortina kippte das österreichische Team im zweiten Lauf um, Pilot Jakob Mandlbauer wurde nach Erstversorgung und Untersuchungen zur weiteren Überwachung in ein Krankenhaus nach Treviso verlegt.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: Österreichischer Viererbob stürzt in Cortina, Pilot Mandlbauer zur Überwachung nach Treviso verlegt
  • Der österreichische Viererbob stürzte im zweiten Lauf im Cortina Sliding Center und das Rennen wurde rund 20 Minuten unterbrochen.
  • Während die drei Anschieber aussteigen konnten, musste Pilot Jakob Mandlbauer direkt im Eiskanal medizinisch versorgt werden.
  • Mandlbauer klagte laut ersten Angaben über Nackenschmerzen, war aber ansprechbar und konnte Arme und Beine bewegen.
  • Das ÖOC teilte am Abend mit, dass er zur Beobachtung einer Bandscheibenproblematik (C5/C6) nach Treviso überstellt wurde.
  • Der Zwischenfall befeuerte erneut die Debatte über zusätzliche Sicherheitsmechanismen im Bobsport.

Beim olympischen Viererbob‑Bewerb im Cortina Sliding Center ist am Samstag das österreichische Team um Pilot Jakob Mandlbauer im zweiten Lauf gestürzt. Der Unfall führte zu einer längeren Unterbrechung des Rennens und löste vor Ort einen größeren medizinischen Einsatz aus. Während die drei Anschieber den Eiskanal selbstständig verlassen konnten, musste Mandlbauer direkt an der Bahn versorgt werden und wurde anschließend für weitere Untersuchungen in ein Krankenhaus gebracht.

Nach den ersten Durchgängen lag Mandlbauers Crew – mit Sebastian Mitterer, Daiyehan Nichols‑Bardi und Daniel Bertschler – an 21. Stelle, bevor der Bob bei hoher Geschwindigkeit umkippte. Der Schlitten rutschte noch mehrere Kurven weiter; Berichte sprechen davon, dass die Insassen dabei mit den Köpfen am Eis anschlugen, ehe das Gefährt kurz vor der Ziellinie zum Stillstand kam. Die Unterbrechung dauerte rund 20 Minuten. Mandlbauer klagte demnach über Nackenschmerzen, war aber ansprechbar und konnte Arme und Beine bewegen.

Am Samstagabend informierte das Österreichische Olympische Comité über den weiteren medizinischen Verlauf. Demnach wurde Mandlbauer nach einer Erstuntersuchung im Codovilla‑Krankenhaus in Cortina zur Beobachtung einer Bandscheibenproblematik im Bereich C5/C6 in das Spital von Treviso überstellt. Der ÖOC‑Chefarzt Bernhard Unterkofler verwies darauf, dass die Verlegung der medizinischen Überwachung diene und Risiken ausschließen solle. Für das Team war der Zwischenfall auch deshalb brisant, weil der Pilot im Training bereits in derselben Kurve gestürzt sein soll.

Der Unfall überschattete einen insgesamt durchwachsenen Start der österreichischen Bobfahrer in Cortina. Der Vierer um Pilot Markus Treichl hatte bereits im ersten Lauf Probleme und verlor früh Zeit; in der Zwischenwertung lag das Team zunächst deutlich zurück, konnte sich später aber verbessern. An der Spitze des Bewerbs lagen nach zwei Läufen die deutschen Teams, die Entscheidung war für Sonntag mit zwei weiteren Läufen angesetzt.

Im Bobsport wird seit Jahren über zusätzliche Sicherheitsmechanismen diskutiert, die Unfälle bei Überschlägen oder Umkippen abfedern sollen. Nach dem Sturz der österreichischen Crew wurden in der Berichterstattung erneut Ideen wie Gurtsysteme und ein Überroll‑ beziehungsweise Kopfschutzbügel thematisiert, die bei einem Kippen den Kontakt des Helms mit dem Eis reduzieren sollen. Ob und in welcher Form solche Lösungen künftig verpflichtend werden, ist Teil laufender Debatten zwischen Verbänden, Athleten und Ausrüstern.