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Rechtsextreme Tathandlungen 2025: 1.518 Anzeigen, +36%

2025 wurden in Österreich 1.518 Personen wegen rechtsextremer Straftaten angezeigt, 36% mehr als 2024, während der Anteil Jugendlicher unter den Beschuldigten laut Innenministerium auf 16% sank.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: Rechtsextreme Tathandlungen 2025: 1.518 Anzeigen, +36%
  • 2025: 1.518 Anzeigen gegen Personen im rechtsextremen Spektrum, +36% gegenüber 2024 (1.116).
  • 90,8% der Angezeigten waren männlich, 81% hatten österreichische Staatsbürgerschaft.
  • Der Jugendanteil sank auf 16% (2024: 24,8%).
  • Insgesamt wurden 1.986 extremismusbezogene Tathandlungen erfasst, die Aufklärungsquote lag bei 65,5%.
  • 277 Hausdurchsuchungen und 75 Festnahmen wurden im Zusammenhang mit rechtsextremen Aktivitäten gemeldet.

Die Zahl der polizeilichen Anzeigen im Zusammenhang mit Rechtsextremismus ist 2025 weiter gestiegen. Das Innenministerium meldet, dass im vergangenen Jahr 1.518 Personen wegen rechtsextremer Straftaten angezeigt wurden. Das sind 36% mehr als 2024 (1.116).

Parallel dazu weisen die Sicherheitsbehörden 2025 insgesamt 1.986 extremismusbezogene Tathandlungen aus, die neben dem rechtsextremen Spektrum auch fremdenfeindliche bzw. rassistische, islamfeindliche, antisemitische sowie unspezifische oder sonstige Motive umfasst. Gegenüber 2024 entspricht das einem Plus von 33,6%. Von den 1.986 Tathandlungen wurden 65,5% aufgeklärt; 2024 lag die Aufklärungsquote bei 64,1%.

Die meisten Fälle wurden in Wien festgestellt (485), gefolgt von Oberösterreich (350) und Niederösterreich (298). Laut der parlamentarischen Anfrage, auf die sich die Statistik stützt, betrafen 1.701 Anzeigen explizit rechtsextreme Vorfälle; hinzu kamen 127 Tathandlungen mit rassistischem Hintergrund, 93 antisemitisch motivierte und 16 islamophob eingeordnete Fälle. ORF-Auswertungen zeigen zudem deutliche Unterschiede bei der Online-Komponente: Bei explizit rechtsextremen Vorfällen lag der Internet-Anteil bei 28%, bei rassistisch motivierten Taten bei über 50% und bei antisemitischen bei fast drei Viertel.

Die Anzeigenstatistik der Beschuldigten zeigt 2025 ein klares Profil: 1.379 der Angezeigten waren männlich (90,8%), 139 weiblich (9,2%). 1.229 Personen (81%) hatten österreichische Staatsbürgerschaft. Auffällig ist der rückläufige Jugendanteil: 243 Jugendliche entsprachen 16% der Beschuldigten, nachdem der Anteil 2024 noch bei 24,8% gelegen hatte.

Bei den Ermittlungsmaßnahmen verzeichnete das Innenministerium 277 Hausdurchsuchungen (inklusive freiwilliger Nachschaün) und 75 Festnahmen im Zusammenhang mit der Bekämpfung rechtsextremer Aktivitäten; 2024 waren es 260 Hausdurchsuchungen und 53 Festnahmen. Das Ministerium betont dabei die Zählweise: Erfasst werden polizeiliche Anzeigen, nicht Verurteilungen; zwischen Anzeige, Ermittlungsverfahren, Anklage und Urteil liegen teils lange Verfahrensschritte, und nicht jede Anzeige führt zu einem Verfahren.

Politisch fällt die Veröffentlichung in eine Phase, in der die Bundesregierung den Nationalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus gestartet hat. Der Ansatz soll Prävention, Früherkennung, Strafverfolgung und Resozialisierung stärker verzahnen und Zuständigkeiten zwischen Ressorts bündeln. Unabhängig von der Bewertung einzelner Maßnahmen zeigen die Zahlen, dass der Bereich Rechtsextremismus im Staatsschutz und in der Strafverfolgung weiterhin eine hohe operative Priorität hat.