Repsol erlangt operative Kontrolle über venezolanische Ölbestände zurück und plant Produktionsausbau
Repsol vereinbart mit Venezuelas Regierung und PDVSA die Rückkehr in die operative Leitung zentraler Ölvermögen; Zahlungsansprüche sollen über Öllieferungen abgesichert werden, Ausbaupläne sehen eine Verdreifachung der Förderung binnen drei Jahren vor.
Nach Angaben des Unternehmens hat Repsol mit der venezolanischen Regierung und dem staatlichen Ölkonzern PDVSA ein Abkommen geschlossen, das dem spanischen Energiekonzern die operative Kontrolle über zentrale Ölbestände in Venezuela zurückgeben soll. Das Rahmenwerk sehe einen Mechanismus vor, über den Zahlungen über Öllieferungen sichergestellt werden könnten, hieß es nach der Unterzeichnung.
Im Mittelpunkt der Vereinbarung stehe nicht die direkte Begleichung der von Repsol geltend gemachten Forderungen in Höhe von rund 4,55 Milliarden US‑Dollar für frühere Gas‑ und Rohöllieferungen. Vielmehr ziele das Abkommen darauf ab, die Einziehung künftiger Erlöse aus der Produktion zu garantieren und so die betriebliche wie finanzielle Handlungsfähigkeit des Unternehmens in Venezuela zu stärken.
Nach dem Schritt betont Repsol, über die technischen, operativen und personellen Kapazitäten vor Ort zu verfügen, um die Förderung erheblich auszuweiten. Konkret plant das Unternehmen, die Produktion im ersten Jahr um 50 Prozent zu steigern und innerhalb von drei Jahren die Fördermengen zu verdreifachen, sofern die nötigen Voraussetzungen bestehen und die im Land erzielten Erlöse eingesetzt werden können.
Gleichzeitig hält Repsol 40 Prozent an dem Upstream‑Joint‑Venture Petroquiriquire, das derzeit rund 45.000 Barrel pro Tag fördert. Die Einigung mit PDVSA ist damit ein Schritt, die dortigen Bestände wieder in den operativen Verantwortungsbereich des Unternehmens zu nehmen und die vorhandenen Kapazitäten auszubauen.
Zugleich fällt das Abkommen in eine Phase, in der die US‑Regierung nach etlichen Lockerungen den internationalen Firmen selektive Erweiterungen ihrer Aktivitäten in Venezuela erlaubt hat. Erleichternd wirkte nach Unternehmensangaben zudem eine vor Kurzem vorgenommene Aussetzung der Sanktionen gegen die venezolanische Zentralbank, wodurch Zahlungs‑ und Einzugsverkehr für Repsol vereinfacht werden soll.
Daneben sieht Repsol die jüngste politische und rechtliche Neuordnung in Venezuela, die Reformen zur Reduzierung staatlicher Kontrolle und zur Entlastung fiskalischer Lasten einschließt, als Anlass, die Präsenz im Land zu verstärken. Die Geschäftsführung unterstreicht das langfristige Engagement des Konzerns in Venezuela, wo Repsol nach eigenen Angaben seit 1993 ununterbrochen tätig ist.