Russland und Ukraine tauschen jeweils 175 Kriegsgefangene vor orthodoxer Oster-Waffenruhe
Die Vereinigten Arabischen Emirate vermittelten den Tausch, der nur Stunden vor einer von Präsident Putin angekündigten 32‑stündigen Feuerpause stattfand; zuvor hatten beide Seiten umfangreiche Drohnenangriffe gemeldet.
- Jeweils 175 Kriegsgefangene wurden freigelassen
- gleichzeitig registrierten beide Seiten schwere Drohnenangriffe in der Nacht zuvor.
Nach Angaben beider Seiten haben Russland und die Ukraine am Samstag jeweils 175 Kriegsgefangene ausgetauscht. Die Vermittlung übernahm demnach die Führung der Vereinigten Arabischen Emirate; der Austausch fiel nur wenige Stunden vor dem Beginn einer geplanten Feuerpause zum orthodoxen Osterfest.
Zugleich hatte es in der Nacht zuvor intensive Drohnenangriffe gegeben. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Russland habe mindestens 160 Drohnen eingesetzt; dabei seien vier Menschen getötet und Dutzende verletzt worden, vornehmlich in den östlichen und südlichen Regionen des Landes. Besonders hart getroffen wurde demnach die Region Odessa.
In der Schwarzmeerstadt Odessa wurden nach ukrainischen Angaben zwei Menschen verletzt, als Drohnen ein Wohngebiet trafen. Es habe Schäden an Wohnhäusern, Apartmentgebäuden und einem Kindergarten gegeben, hieß es weiter. Auf russischer Seite meldete das Verteidigungsministerium, 99 ukrainische Drohnen seien über Russland und dem besetzten Gebiet der Krim abgeschossen worden.
Die Gefangenenaustauschaktion folgte einer am Donnerstag von Präsident Wladimir Putin erklärten 32‑stündigen Feuerpause, die am Samstag um 16:00 Uhr Ortszeit beginnen und bis zum Ende des Sonntags andauern sollte. Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete den Schritt als humanitäre Geste, betonte jedoch, Moskau verfolge weiterhin das Ziel einer umfassenden Regelung, die auf seinen langfristigen Forderungen beruht.
Unterdessen versicherte Staatschef Wolodymyr Selenskyj, die Ukraine werde die angekündigte Waffenruhe einhalten, warnt aber vor einer strikten militärischen Reaktion bei Verstößen. Die Kombination aus Gefangenenaustausch und Feuerpause soll nach ukrainischer Darstellung eine Chance bieten, Friedensinitiativen voranzubringen; angesichts wiederholter Verletzungen bleibt die Lage jedoch fragil.
Daneben steht der Austausch in einem Kontext wiederkehrender Brüche kurzzeitiger Waffenruhen, die beide Seiten zuletzt meldeten. Ob die aktuelle Pause die Dynamik verändert oder nur eine kurzfristige Atempause bringt, hängt maßgeblich davon ab, ob vereinbarte Ruhezeiten respektiert und Verstöße unverzüglich geahndet werden.