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Sipri: Welt im Krisenmodus – Militärausgaben 2025 auf Rekordniveau

Sipri meldet: Globale Verteidigungsausgaben 2025 erreichen rund 2,89 Billionen US‑Dollar. Europa treibt den Anstieg, Deutschland überschreitet erstmals seit 1990 die Zwei‑Prozent‑Marke.

Handelsblatt/Sipri 2 Min Lesezeit
Titelbild: Sipri: Welt im Krisenmodus – Militärausgaben 2025 auf Rekordniveau
Rekordniveau 2025: Anstieg vor allem durch europäische Aufrüstung und andauernde Konflikte.

Nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri erreichten die weltweiten Militärausgaben 2025 ein neues Rekordniveau. Inflationsbereinigt stiegen die Ausgaben gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent und beliefen sich auf knapp 2,89 Billionen US‑Dollar; binnen eines Jahrzehnts entspricht das einem Zuwachs von 41 Prozent.

Zugleich fiel der Zuwachs 2025 deutlich schwächer aus als 2024. Als Hauptgrund nennt Sipri einen Rückgang der Ausgaben der USA, die dennoch mit Abstand die höchsten Verteidigungsausgaben behalten und umgerechnet knapp 814 Milliarden Euro aufwenden. Sipri-Analyst Diego Lopes da Silva betont, dass die USA zwar Hilfen für die Ukraine reduzierten, zugleich jedoch in eigene nukleare und konventionelle Fähigkeiten investierten.

Im Mittelpunkt des Anstiegs stand Europa: Die Militärausgaben der europäischen Staaten kletterten 2025 um 14 Prozent. Deutschland steuerte einen besonders starken Beitrag bei und erhöhte seine Verteidigungsausgaben um 24 Prozent auf 114 Milliarden US‑Dollar (rund 97 Milliarden Euro), womit das Land auf Platz vier der weltweiten Rangliste landet. Erstmals seit 1990 überschritten deutsche Verteidigungsausgaben damit wieder die Zwei‑Prozent‑Marke; insgesamt überschritten 22 NATO‑Partner diese Schwelle.

Die anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen prägen weiter die Struktur der Ausgaben. Russland und die Ukraine steigerten ihre Militärhaushalte erneut; in der Ukraine machten die Ausgaben 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus und überstiegen 60 Prozent der Staatsausgaben. Sipri charakterisiert dies als eine außerordentlich hohe Belastung der öffentlichen Haushalte, die grundlegende staatliche Leistungen gefährden kann.

Daneben verzeichneten auch viele asiatische Länder wie China, Japan, Taiwan, Indien und Pakistan deutliche Zuwächse, während die Ausgaben im Nahen Osten nur moderat stiegen. In Israel sanken die Ausgaben infolge einer Verringerung der Kampfintensität im Gazastreifen nach dem Waffenstillstandsabkommen im Januar 2025, während im Iran inflationsbereinigt ein Rückgang zu beobachten war.

Sipri erwartet, dass die weltweiten Militärausgaben 2026 auf hohem Niveau bleiben dürften. Die Forscher sehen die höchsten Ausgabenreihen seit Beginn der Erhebung als Ausdruck eines langfristigen Strukturwandels, getragen von anhaltenden Konflikten und wachsender Unsicherheit in der internationalen Sicherheitslage.