JKCM News
Startseite
Politik

Sonny Rollins mit 95 Jahren gestorben

Der prägende Tenorsaxophonist der Bebop‑Ära starb in Woodstock; seine Laufbahn reichte von frühen Auftritten mit Monk und Miles Davis bis zu wegweisenden Soloalben wie Saxophone Colossus.

AP/JKCM 2 Min Lesezeit
Titelbild: Sonny Rollins mit 95 Jahren gestorben
  • Rollins galt als einer der einflussreichsten Tenorsaxophonisten des 20. Jahrhunderts
  • wegen einer fortschreitenden Lungenerkrankung beendete er 2014 seine Karriere.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP ist der Tenorsaxophonist Sonny Rollins im Alter von 95 Jahren gestorben. Seine Sprecherin Terri Hinte erklärte, Rollins sei in seinem Haus in Woodstock, New York, gestorben; eine konkrete Todesursache wurde nicht genannt. In den letzten Jahren war er aufgrund verschiedener gesundheitlicher Probleme weitgehend an sein Zuhause gebunden und trat kaum noch öffentlich auf.

Im Mittelpunkt seiner Karriere stand eine markante Klanglichkeit und ein unablässiges Experimentieren mit Form und Improvisation. Schon als junger Musiker spielte Rollins an der Seite von Thelonious Monk und trat später mit Größen wie Miles Davis und Bud Powell auf. Mit Alben wie Saxophone Colossus sowie Trio‑Aufnahmen wie Way Out West, A Night at the Village Vanguard und Freedom Suite setzte er stilprägende Akzente und beeinflusste mehrere Generationen von Saxophonisten.

Nach dem Schritt zurück in sein persönliches Schaffen verband Rollins Phasen des Rückzugs stets mit intensiver Arbeit an seinem Spiel. Zugleich blieb er bis ins hohe Alter produktiv: In den 1990er‑ und 2000er‑Jahren legte er mehrere vielbeachtete Alben vor. Für This Is What I Do erhielt er 2001 einen Grammy als bestes Jazz‑Instrumentalalbum; 2006 gewann er einen weiteren Grammy für das beste Jazz‑Instrumentalsolo.

Daneben war Rollins’ Leben von persönlichen Bruchlinien geprägt. In jungen Jahren kämpfte er mit einer Heroinsucht, die zu Haftstrafen 1950 und 1953 führte; 1954 suchte er in Lexington, Kentucky, Behandlung und kehrte danach künstlerisch erneuert zurück. Später musste er sich erneut gesundheitlichen Grenzen stellen: Eine fortschreitende Lungenerkrankung zwang ihn, 2012 sein letztes Konzert zu geben und 2014 endgültig aufzuhören zu spielen.

Gleichzeitig blieb Rollins auch in der Popkultur präsent: Ein Saxofon‑Solo auf dem Rolling‑Stones‑Song Waiting on a Friend machte seine Spielweise einem breiteren Publikum bekannt. Trotz des Ruhms bezeichnete er sich selbst als work in progress und scheute nicht davor zurück, ältere Aufnahmen kritisch zu betrachten. Er hinterlässt Verwandte, darunter den Neffen Clifton Anderson sowie die Nichten Vallyn Anderson und Gabrielle DeGroat.