Spannungen in der Straße von Hormus: IRGC setzt Schusswaffen gegen Schiffe ein und erklärt Kontrolle über Passagen
Nach kurzen Entspannungssignalen eskalierte die Lage erneut: Die Revolutionsgarden melden die Sperrung der Straße von Hormus und setzen Schusswaffen gegen durchfahrende Schiffe ein, während internationale Reaktionen folgen.
Nach Angaben stehen die Revolutionsgarden Irans (IRGC) hinter der jüngsten Eskalation in der Straße von Hormus und haben am Samstag Schüsse auf Schiffe abgegeben, die versuchten, die Wasserstraße zu passieren. Die IRGC erklärte, die Passage sei in ihren Zuständigkeitsbereich zurückgekehrt und habe wieder den Zustand strikter militärischer Kontrolle erreicht.
Zugleich widerspricht diese Haltung Aussagen des iranischen Außenministers vom Vortag, wonach ein von Iran koordinierter Korridor die Durchfahrt ermögliche. Am Samstagabend konkretisierte die IRGC ihre Position: Die Straße sei bis auf Weiteres geschlossen. Bewegungen von Ankerplätzen im Persischen Golf und im Seegebiet vor dem Oman würden als Kooperation mit dem Gegner gewertet und könnten demnach Ziel von Angriffen werden.
Unterdessen zeigen Berichte vom Samstagmorgen, dass iranische Kräfte offenbar auf den indischen Öltanker Sanmar Herald feuerten; eine auf maritimen Funkfrequenzen aufgezeichnete Tonaufnahme dokumentiert die Bitte des Kapitäns, das Feuer einzustellen. Als direkte Folge berief Indien am Samstagabend den iranischen Botschafter ein und forderte die Wiederherstellung sicherer Schifffahrtsbedingungen in der Straße von Hormus. Mehrere Tanker entschieden daraufhin, ihre Passage abzubrechen und umzukehren.
Daneben deutet die Lage auf eine interne Divergenz innerhalb Irans hin: Beobachter sehen die IRGC zunehmend als entscheidenden Akteur bei Fragen der Navigation durch die Meerenge, während diplomatische Vertreter andere, moderatere Signale sendeten. Diese Widersprüche spiegeln sich in den widersprüchlichen Botschaften von Militär und Regierung wider und erschweren die Vorhersehbarkeit des weiteren Verlaufs.
Gleichzeitig läuft eine dreitägige Frist bis zum Ablauf eines bestehenden Waffenstillstands; bislang sind keine neuen Verhandlungen angesetzt. Die IRGC verknüpfte eine mögliche Öffnung der Straße ausdrücklich mit der Aufhebung einer von den USA verhängten Blockade und schloss so eine sofortige Wiederaufnahme normaler Transitbewegungen aus.
In der Folge wiesen Einschätzungen auf die unmittelbare Gefährdung der kommerziellen Schifffahrt hin. Konkrete Auswirkungen auf weltweite Lieferketten wurden in den vorliegenden Berichten nicht quantifiziert, doch die Entscheidung mehrerer Schiffe, die Passage abzubrechen, unterstreicht die akute Unsicherheit in der Region.