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Standard Chartered-Chef entschuldigt sich für Formulierung über «niedrigerwertige» Mitarbeiter nach KI‑bedingten Stellenkürzungen

Bill Winters zog Kritik auf sich, nachdem er einige Tätigkeiten als «niedrigerwertig» bezeichnete; die Bank hatte zuvor den Abbau von rund 7.800 Back‑Office‑Stellen angekündigt.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Standard Chartered-Chef entschuldigt sich für Formulierung über «niedrigerwertige» Mitarbeiter nach KI‑bedingten Stellenkürzungen
  • Winters entschuldigte sich auf LinkedIn und legte zugleich seine ursprünglichen Ausführungen vollständig dar
  • viele Kommentare blieben jedoch kritisch.

Nach Angaben von Standard Chartered hat Konzernchef Bill Winters sich auf LinkedIn für Formulierungen entschuldigt, die als abwertend gegenüber Beschäftigten aufgefasst wurden, die von den angekündigten Stellenkürzungen betroffen sind. Zuvor hatte Winters erklärt, einige Tätigkeiten seien anfälliger für Automatisierung, und dabei den Ausdruck «niedrigerwertige Humanressource» verwendet, was eine Welle negativer Reaktionen auslöste.

Im Mittelpunkt der Debatte steht die Ankündigung der Londoner Großbank, rund 7.800 Back‑Office‑Stellen zu streichen. Standard Chartered plant, bis 2030 etwa 15 Prozent der mehr als 52.000 Back‑Office‑Arbeitsplätze abzubauen; die globale Belegschaft umfasst nahe 82.000 Mitarbeitende. Am stärksten betroffen seien unter anderem die Zentren in Chennai, Bengaluru, Kuala Lumpur und Warschau.

Zunächst versuchte Winters, seine Aussage zu erklären und darauf hinzuweisen, dass Rollen mit geringerem Wert stärker von Automatisierung bedroht seien. Er betonte in einem ersten Beitrag, das Institut trage Verantwortung für Umschulungen und Unterstützung der Betroffenen, und dass es Aufgabe eines verantwortungsvollen Arbeitgebers sei, Kolleginnen und Kollegen den Übergang in höherwertige Tätigkeiten zu ermöglichen. Nach anhaltender Kritik veröffentlichte er einen weiteren Beitrag, in dem er sein Bedauern über die Wortwahl ausdrückte und zugleich den vollständigen Wortlaut seiner früheren Äußerungen veröffentlichte, um den Kontext zu verdeutlichen.

Zugleich blieben zahlreiche Reaktionen auf der Plattform kritisch: Viele Kommentatoren hielten die Erläuterungen für unzureichend und nannten die Formulierungen unangemessen. Einige Nutzer äußerten Unverständnis darüber, ob es sich um eine schlechte Wortwahl oder um eine tatsächliche Haltung handele; andere zeigten sich empört über die Aussage selbst. Die Debatte macht deutlich, wie sensibel das Thema Personalabbau und Automatisierung in der Branche diskutiert wird.

Die angekündigten Stellenkürzungen stehen zugleich im Rahmen eines strategischen Updates der Bank, das höhere Ziele für Kapitalrenditen und Aktienrückgaben nennt. Standard Chartered betont, die Maßnahmen seien Teil einer längerfristigen Transformation zur Steigerung der Profitabilität und zur Stabilisierung der Geschäftsposition. Konkrete Details zu Unterstützungsprogrammen für betroffene Beschäftigte nannte die Bank in der öffentlich zugänglichen Zusammenfassung nicht näher.