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Telegram: Netzwerk verbreitet massenhaft nicht‑einvernehmliche Sexualbilder und Kinderpornografie in Spanien und Italien

AI Forensics beschreibt ein grenzüberschreitendes Ökosystem des Missbrauchs auf Telegram mit fast 25.000 Beteiligten, das nicht‑einvernehmliche Sexualbilder und kindliche Missbrauchsdarstellungen verbreitet.

Euronews Next / AI Forensics 2 Min Lesezeit
Titelbild: Telegram: Netzwerk verbreitet massenhaft nicht‑einvernehmliche Sexualbilder und Kinderpornografie in Spanien und Italien
Die Untersuchung wertete 2,8 Millionen Nachrichten in 16 Gruppen aus und fordert schärfere Plattformpflichten sowie bessere Moderationsmechanismen.

Nach Angaben der europäischen Non‑Profit‑Organisation AI Forensics existiert auf Telegram ein groß angelegtes, grenzüberschreitendes Netzwerk, das nicht‑einvernehmliche Sexualbilder und Kinderpornografie in Spanien und Italien verbreitet. Die Studie basiert auf der Analyse von 2,8 Millionen Nachrichten in 16 Gruppen über einen Zeitraum von sechs Wochen und spricht von einem Ökosystem des Missbrauchs in erheblichem Umfang.

Zugleich dokumentiert die Studie, dass die Verbreitung nicht auf Einzelländer beschränkt ist: Die beobachteten Kanäle sollen eine Reichweite von rund 52.000 Personen erreicht haben, etwa 27.000 in Italien und 25.000 in Spanien. Täterinnen und Täter gewinnnen demnach Material aus privaten Austauschen auf anderen Plattformen und nutzen Telegram‑Kanäle zur Verbreitung und Monetarisierung solcher Inhalte. In einigen Fällen werden kostenpflichtige Zugänge zu Archiven und Kanälen angeboten, wodurch sich das Schadensausmaß und die Verbreitung beschleunigen lassen.

Inzwischen kritisiert AI Forensics die Moderationspraxis von Telegram als unzureichend. Geschlossene Gruppen, die demnach gesperrt wurden, seien oft innerhalb weniger Stunden unter denselben Namen neu erschienen. Die Untersuchung fordert deshalb stärkere Instrumente zur Durchsetzung von Plattformregeln, bessere Meldewege und Maßnahmen, die die Monetarisierung von nicht‑einvernehmlichen Inhalten unterbinden.

Daneben sieht die Organisation politischen Handlungsbedarf: Sie empfiehlt, Telegram unter die strengeren Pflichten der Kategorie Very Large Online Platform im Rahmen geltender Regelwerke zu stellen und regulatorische Lücken zu schließen, damit die Entfernung von Kinder‑ und nicht‑einvernehmlichen Bildern erleichtert wird. Nach Auffassung der Studie erfordert die grenzüberschreitende Natur des Problems eine koordiniert europäische Antwort.

Gleichzeitig weist die Analyse darauf hin, dass die Verbreitung der Inhalte über Plattformgrenzen hinweg erfolgt und Drittplattformen als Verbreitungs‑ oder Rekrutierungswege dienen. Das macht den Befund zur Frage öffentlicher Sicherheit und Plattformverantwortung und unterstreicht die Dringlichkeit besserer Präventions‑ und Durchsetzungsmaßnahmen.