Totaler Stromausfall trifft St. Thomas und St. John – zweiter Blackout an einem Wochenende
In kurzem Abstand trafen zwei Komplettausfälle St. Thomas und St. John; der Versorger macht einen Verlust an Erzeugungskapazität verantwortlich.
- Die Water and Power Authority führt die wiederholten Blackouts auf den Verlust von Erzeugungskapazität zurück
- die Inseln kämpfen außerdem mit alternden Anlagen und anhaltenden Engpässen.
Nach Angaben örtlicher Behörden fiel in den frühen Morgenstunden am Sonntag auf St. Thomas und St. John der Strom vollständig aus — der zweite komplette Blackout innerhalb eines einzigen Wochenendes. Die Versorgungsbehörde erklärte, die Ausfälle seien durch den Verlust von Erzeugungskapazität in einem Kraftwerk verursacht worden. Bereits in der Nacht zuvor hatte ein erster Ausfall begonnen; obwohl Crews die Versorgung zeitweise wiederherstellten, kam es Stunden später erneut zur Unterbrechung.
Zugleich verschärft die Häufung solcher Ausfälle die Belastung für die Bevölkerung der betroffenen Inseln. Auf St. Thomas leben mehr als 42.000 Menschen, auf St. John fast 4.000; Haushalte, örtliche Dienste und Unternehmen sind unmittelbar betroffen. In sozialen Medien äußerten Einwohner Frust über die wiederkehrenden Unterbrechungen und verlangten schnellere, verlässliche Lösungen für die Energieversorgung.
Inzwischen ist die Problematik nicht neu für das US‑Territorium. Gouverneur Albert Bryan Jr. hat wiederholt die Behebung der Lage angekündigt und in den vergangenen Jahren etwa 100 Millionen US‑Dollar an Bundesmitteln in die angeschlagene Versorgungsbehörde gesteckt. Die Water and Power Authority räumt jedoch ein, weiterhin mit begrenzter Erzeugung, fehlender Ausrüstung und wiederkehrenden technischen Problemen konfrontiert zu sein.
Daneben nannten Verantwortliche bereits im April eine Reihe struktureller Ursachen für die Instabilität des Netzes: Stürme, Ausrüstungsmangel, schwache Erzeugungskapazität, technische Defekte und jahrelange Vernachlässigung. Mehr als die Hälfte der auf Erdöl laufenden Erzeugungseinheiten in dem Gebiet sind demnach älter als 25 Jahre, was die Anfälligkeit für Ausfälle erhöht. Die Behörde plant, vorübergehende Erzeugungskapazitäten und zusätzliche Batteriespeicher an einem Hauptkraftwerk zu installieren, um die Häufigkeit künftiger Ausfälle zu verringern.
Unterdessen bleibt die Versorgungssicherheit eine vordringliche Herausforderung für Bewohner und Behörden. Wiederholte Stromausfälle werfen Fragen nach dem Zustand von Infrastruktur und der Geschwindigkeit nötiger Maßnahmen auf, während die betroffenen Gemeinden weiter mit unmittelbaren Folgen wie Ausfällen in Haushalten und lokalen Diensten zu kämpfen haben.