UK Athletics mit £350.000 Geldstrafe nach Tod eines Paralympic-Athleten belegt
Old Bailey urteilt nach Einsturz einer Trainingsgitterkonstruktion; UK Athletics trägt Verantwortung für tödlichen Vorfall 2017 in London
- Richter verurteilt UK Athletics wegen mangelhafter Sicherung von Gerät
- ehemaliger Leiter für Leistungssport erhält gemeinnützige Auflage.
Nach Angaben eines Urteils am Old Bailey muss UK Athletics eine Geldstrafe von £350.000 sowie £44.000 an Gerichtskosten zahlen, weil ein paralympischer Athlet 2017 bei einem Trainingsunfall in Ost-London ums Leben kam. Die Strafe folgt auf eine frühere Verurteilung der Organisation wegen fahrlässiger Tötung; UK Athletics hatte sich bereits schuldig bekannt. Das Gericht hielt mangelhafte Sicherungsmaßnahmen an der Trainingskonstruktion für ursächlich.
Im Mittelpunkt des Verfahrens stand der Tod von Abdullah Hayayei, einem 36-jährigen Rollstuhlfahrer mit Zerebralparese, der zuvor die Vereinigten Arabischen Emirate bei den Paralympics 2016 vertreten hatte. Beim Aufbau einer schweren Metallgitterkonstruktion fehlten nach Feststellungen des Gerichts entscheidende Bodenplatten; als eine starke Windböe die Konstruktion zum Einsturz brachte, wurde Hayayei von einer Metallstange am Kopf getroffen und starb an den erlittenen Verletzungen.
Zugleich wurde der ehemalige Leiter für Leistungssport bei UK Athletics, der 79-jährige Keith Davies, zu 175 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt, nachdem er sich wegen Verstößen gegen Arbeitsschutzvorschriften schuldig bekannt hatte. Richter Richard Marks bezeichnete den Unfall als tragisch, unzeitgemäß und grundsätzlich vermeidbar. Er stellte fest, dass das Gerät ohne die erforderlichen Sicherungsplatten montiert worden war und damit ein vermeidbares Risiko geschaffen wurde.
Inzwischen berichteten Ermittler, dass polizeiliche Untersuchungen sich über Jahre hingezogen und zahlreiche Fotos von Leichtathletikveranstaltungen gezeigt hätten, auf denen dieselbe Konstruktion ohne Sicherungsriemen verwendet worden sei. Der zuständige Staatsanwalt warf UK Athletics vor, nach dem Vorfall versucht zu haben, die Verantwortung auf einzelne Mitarbeiter oder den Veranstaltungsort abzuwälzen; eine spätere Erklärung der Organisation wertete das Gericht als unwürdig.
Daneben berücksichtigte das Gericht Angaben zur finanziellen Lage des Verbands: Für 2025 wurde ein Umsatz von £13,8 Millionen und ein prognostizierter Verlust von £400.000 genannt. Dem Verband wurden sechs Jahre eingeräumt, die Geldstrafe in Raten zu begleichen. Die Ermittlungen und das anschließende Verfahren hatten sich nahezu ein Jahrzehnt hingezogen und endeten nun mit straf- und ordnungsrechtlichen Maßnahmen gegen die Organisation und ihren früheren Verantwortlichen.