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Ukraine schlägt nach massiven Drohnenangriffen zurück und trifft russische Militärziele

Nach nächtlichen russischen Drohnenangriffen meldet Kiew gezielte Vergeltungsschläge gegen Fabriken, Depots und Logistikziele in besetzten Gebieten und in Russland; mehrere Tote und Verletzte in ukrainischen Städten.

JKCM Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Ukraine schlägt nach massiven Drohnenangriffen zurück und trifft russische Militärziele
Ukraine meldet Angriffe auf Anlagen der Drohnenproduktion und auf Nachschubbasen in Russland und besetzten Gebieten nach einer Welle von über 230 Drohnenangriffen.

Nach dem nächtlichen Angriff auf ukrainische Städte haben Einheiten der ukrainischen Verteidigungskräfte in der Nacht auf den 19. April nach eigenen Angaben mehrere strategische Ziele auf temporär besetztem ukrainischem Gebiet und auf russischem Staatsgebiet getroffen. Zu den getroffenen Anlagen zählt ein Betrieb von Atlant Aero in Taganrog in der Region Rostow; an dem Standort brach ein Feuer aus und lokale Behörden meldeten, dass drei Menschen medizinisch versorgt wurden. Medienberichten zufolge werden in Taganrog Komponenten und Drohnen produziert.

Im Mittelpunkt der vorhergehenden Offensive stand eine groß angelegte Drohnenwelle: Nach Angaben der ukrainischen Seite starteten russische Kräfte in der Nacht 236 Drohnen gegen ukrainische Städte. Ukrainische Luftabwehrsysteme hätten 203 dieser Flugkörper abgeschossen oder sonstwie neutralisiert. Direkte Treffer wurden an 18 Stellen registriert, zudem fiel Trümmergut in acht weiteren Gebieten nieder.

Zugleich forderten die Angriffe Menschenleben und Verletzte in mehreren Regionen. In der nördlichen Stadt Tschernihiw kam ein 16-jähriger Junge ums Leben; vier weitere Personen erlitten Verletzungen und Wohnhäuser sowie Verwaltungs- und Schulgebäude wurden beschädigt. In Cherson traf ein Drohnenangriff am Morgen ein Taxi, wobei eine Person starb. Weitere Ziele waren demnach Bahninfrastruktur in der Region Poltawa sowie verschiedene zivile Anlagen.

Daneben meldeten die ukrainischen Streitkräfte, dass sie Einrichtungen in den besetzten Gebieten und in Russland getroffen hätten, darunter Munition- und Versorgungslager nahe Trudowe in der Region Saporischschja sowie Vorrats- und Ausrüstungsdepots in der Nähe von Mangusch, Topoline und Mariupol im Donetzker Gebiet. Ebenfalls genannt wurden Schäden in Smila in der Region Saporischschja und an Tankern nahe der Ortschaft Nowopoltawka.

Inzwischen reagierten die Staatsführung und die Diplomatie auf die weitere Eskalation und die wirtschaftspolitische Dimension des Konflikts. Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte scharfe Kritik an der vorübergehenden Aussetzung bestimmter Sanktionen gegen russisches Öl und verwies auf eine große Zahl von Tankern mit russischem Rohöl auf See. Die ukrainische Botschafterin in den USA forderte die Wiederherstellung von Einschränkungen für den Handel mit russischem Öl und Erdölprodukten, da Einnahmen aus Ölverkäufen nach ukrainischer Darstellung Ressourcen für die Kriegsführung bereitstellten.