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US‑Journalistin Shelly Kittleson in Bagdad freigelassen, Miliz nennt politischen Grund

Kataib Hezbollah erklärte die Freilassung mit Bezug auf die Haltung des scheidenden Premierministers; Angaben zu Ort und Zeitpunkt der Übergabe blieben vage.

JKCM News 2 Min Lesezeit
Titelbild: US‑Journalistin Shelly Kittleson in Bagdad freigelassen, Miliz nennt politischen Grund
  • Kataib Hezbollah erklärt Entscheidung zur Freilassung
  • Verhandlungen waren zuvor durch Kommunikationsprobleme erschwert.

Nach Angaben eines irakischen Regierungsvertreters mit direktem Wissen über den Fall wurde die US‑Journalistin Shelly Kittleson am Dienstagnachmittag aus der Gefangenschaft entlassen. Der Beamte machte keine Angaben zu ihrem jetzigen Aufenthaltsort bestätigte jedoch, dass sie zuvor in Bagdad festgehalten worden sei.

Die schiitisch‑militante Gruppierung Kataib Hezbollah teilte mit, sie habe Kittleson freigegeben «in Anerkennung der patriotischen Haltung des scheidenden Premierministers Mohammed Shia al‑Sudani». Die Miliz hatte zuvor nicht ausdrücklich Verantwortung für die Entführung übernommen, obwohl sowohl US‑ als auch irakische Vertreter die Gruppe als mutmaßlichen Täter benannten.

Iraqische Sicherheitskreise berichteten, dass Kittleson am 31. März an einer Straßenecke in Bagdad entführt worden sei. Offiziellen Angaben zufolge waren zwei Fahrzeuge an der Tat beteiligt; eines soll bei einer Verfolgung nahe al‑Haswa in der Provinz Babil verunglückt sein, worauf die Journalistin in ein zweites Fahrzeug umgesetzt und abtransportiert wurde. Konkrete Informationen zu ihrem Gesundheitszustand oder dem genauen Ort der Freilassung wurden nicht veröffentlicht.

Versuche, die Freilassung auszuhandeln, stießen nach Angaben von Sicherheitsbeamten auf Hindernisse. Demnach gestaltete sich die Kommunikation mit der Führung von Kataib Hezbollah schwierig, da viele Kommandanten derzeit angeblich nicht erreichbar seien. Irakische Stellen erwogen in diesem Zusammenhang, sechs inhaftierte Angehörige der Miliz freizugeben; diese werden unter anderem mit Angriffen auf eine US‑Basis in Syrien in Verbindung gebracht.

Zugleich wirkten US‑Behörden, darunter das State Department und das FBI, an Maßnahmen zur Sicherung von Kittlesons Freilassung mit. Konkrete Details zu ihrem Einsatz oder zu den Verhandlungsabläufen wurden nicht öffentlich gemacht. Journalistengruppen hatten zuvor gefordert, Kittleson formell als Geisel oder als «wrongful detainee» anzuerkennen, um eine intensivere staatliche Reaktion zu ermöglichen.

Daneben blieben viele Elemente des Falls offen: Weder der genaue Ort der Übergabe noch der Gesundheitszustand der Journalistin wurden bekanntgegeben, und die Beteiligung unterschiedlicher Parteien an den Verhandlungen wurde nur teilweise beschrieben. Die Spannungen zwischen staatlichen Stellen und bewaffneten Gruppen im Land sowie die Schwierigkeiten bei der Kontaktaufnahme mit den Milizen erklärten die komplizierte Lage bei den Vermittlungsbemühungen.