US-Militär treibt Frachter ab und trifft Motorraum, der in iranischen Hafen steuern wollte
Washington: US-Streitkräfte geben an, ein Handelsschiff gestoppt zu haben, das wiederholt Warnungen ignoriert und in einen iranischen Hafen einlaufen wollte; Blockade sowie Umleitungen des Schiffsverkehrs dauern an.
- US Central Command: Gambia-flagged Lian Star durch Raketenbeschuss im Maschinenraum außer Gefecht gesetzt
- Schiff treibt manövrierunfähig im Golf von Oman.
Nach Angaben des US Central Command hat das US-Militär ein Handelsschiff beschossen, das versucht haben soll, die von den USA verhängte Blockade iranischer Häfen zu durchbrechen. Die unter gambischer Flagge fahrende Lian Star habe in der Nacht mehr als 20 Warnungen ignoriert; schließlich sei eine Rakete in den Maschinenraum eingeschlagen, wodurch das Schiff manövrierunfähig geworden sei.
Im Mittelpunkt der Operation stand nach Angaben eines US-Beamten die Verhinderung der Einfahrt in einen iranischen Hafen. Das Schiff treibe derzeit im Golf von Oman und sei bisher nicht von US-Kräften betreten worden. Mit dem Einsatz hätten die Streitkräfte insgesamt sechs Schiffe am Bruch der Blockade gehindert; einem anderen Schiff sei die Durchfahrt gestattet worden, und weitere 116 Schiffe seien umgeleitet worden.
Nach dem Schritt der Vereinigten Staaten war die Blockade bereits am 17. April gestartet worden, nachdem Iran den Schifffahrtsweg faktisch geschlossen habe. Die Maßnahmen folgten auf eine Eskalation in der Region, die mit US- und israelischen Luftangriffen Ende Februar begonnen hatte. Seit dem 7. April gilt eine fragile Waffenruhe; derzeit wird über eine mögliche Verlängerung um 60 Tage sowie über Verhandlungen zu Irans umstrittenem Atomprogramm beraten.
Zugleich sind die Auswirkungen auf die globale Wirtschaft spürbar: Große Mengen an Öl, Erdgas und vorgelagerten Gütern wie Düngemitteln liegen de facto blockiert, was zusätzlichen Druck auf Verbraucher und Nahrungsmittelproduzenten ausübt. Die Blockade richtet sich nach Angaben der Militärs darauf, Irans Exportmöglichkeiten einzuschränken und den Zufluss von Devisen in die iranische Wirtschaft weiter zu begrenzen.
Daneben steht in Washington weiter die Frage zur Debatte, ob die Waffenruhe verlängert und die Meerenge wieder geöffnet wird. Präsident Donald Trump habe sich mit Beratern getroffen, aber noch keine Entscheidung über eine Verlängerung getroffen. Iran erklärte, ein möglicher Deal sei noch nicht abgeschlossen.