Venezuela: Doppelbeben töten 920 Menschen – Hilfskräfte ringen um Überlebende
Zwei starke Erdbeben im Norden Venezuelas richteten schwere Verwüstungen an; Hunderte Gebäude sind eingestürzt und Verletzte werden in provisorischen Einrichtungen versorgt.
- Die Zahl der Toten liegt bei 920
- Hunderte Verletzte und zahlreiche Vermisste werden noch erwartet.
Die Kernentwicklung: Zwei kräftige Erdbeben, die innerhalb weniger Sekunden folgten, haben im Norden Venezuelas verheerende Zerstörungen verursacht und mindestens 920 Menschen das Leben gekostet. Das zweite Beben erreichte eine Stärke von 7,5 und gilt als eines der heftigsten Erdbeben des Landes seit einem Jahrhundert. Hunderte sind verletzt, und viele Familien warten verzweifelt auf Nachrichten von Vermissten.
Im Mittelpunkt der Zerstörung steht der Bundesstaat La Guaira nördlich der Hauptstadt Caracas, der besonders hart getroffen wurde. Zahlreiche Wohn- und Geschäftsgebäude stürzten ein; allein in La Guaira wurden mindestens 243 Menschen aus Trümmern geborgen. Rettungskräfte berichten weiter von Dutzenden Toten und Hunderten Vermissten; für etwa 172 Personen besteht nach bisherigen Angaben weiterhin die Gefahr, unter Schuttmassen eingeschlossen zu sein.
Die gesundheitliche Versorgung gerät an ihre Grenzen. Rund 3.360 Verletzte werden derzeit in improvisierten medizinischen Einrichtungen versorgt, weil viele Krankenhäuser beschädigt oder überlastet sind. Schon vor der Katastrophe mangelte es in Teilen des Gesundheitswesens an Medikamenten und Material; die aktuelle Lage verschärft damit die Notfallbehandlung erheblich und erschwert die Versorgung schwer Verletzter.
Zugleich dauern die Rettungsarbeiten unter schwierigen Bedingungen an. Bisher wurden mehr als 200 Nachbeben registriert, die die Bergungsarbeit behindern und weitere Schäden verursachen können. Straßen- und Kommunikationsinfrastruktur sind vielerorts beeinträchtigt, und Helferteams kämpfen mit begrenztem Zugang zu schwerem Gerät, um Schuttberge abzutragen und verschüttete Menschen zu erreichen.