Zwei mächtige, Iran-nahe Milizen im Irak kündigen an, Waffen an staatliche Behörden zu übergeben
Asaib Ahl al‑Haq und die Imam Ali Brigades wollen ihre Bestände erfassen und Waffen unter staatliche Kontrolle stellen — Schritt folgt auf Druck des neuen Premierministers und religiöser Autoritäten.
Nach Angaben der Milizen haben zwei der einflussreichsten schiitischen Gruppen im Irak erklärt, mit der Übergabe von Waffen an staatliche Stellen zu beginnen. Asaib Ahl al‑Haq kündigte die Einrichtung eines Komitees an, das Kämpfer, Waffen und Ausrüstung inventarisieren und die Koordination mit dem Oberbefehlshaber der Streitkräfte übernehmen soll.
Gleichzeitig gaben die Imam Ali Brigades bekannt, die Zeit sei gekommen, einen starken Staat mit voller Souveränität aufzubauen. Die Brigade betonte, künftig wolle sie, dass Waffen ausschließlich dem Staat gehören, und erklärte, sie werde die staatlichen Institutionen stärken.
Im Mittelpunkt der Entscheidungen steht die Agenda des neuen Premierministers Ali al‑Zaidi, der eine staatliche Monopolstellung über Waffen zu einem Kernpunkt seiner Politik gemacht hat. Al‑Zaidi steht unter internationalem Druck, unter anderem aus Washington, die Kontrolle über bewaffnete Gruppen zu festigen, und hat in seiner kurzen Amtszeit verstärkt auf die Durchsetzung staatlicher Autorität gedrängt.
Zugleich bleibt das politische Lager gespalten: Teile des Iran‑nahen Coordination Framework begrüßten die Schritte, während andere einflussreiche Fraktionen wie Kataib Hezbollah und Harakat al‑Nujaba eine Entwaffnung ablehnen. Diese Gruppen verknüpfen die Frage mit der nationalen Souveränität und der Präsenz ausländischer Truppen und haben signalisiert, ihre eigenen Waffen behalten zu wollen.