Zweitägige Waffenruhe zwischen USA und Iran treibt Ölpreise unter 100 USD – Aktien steigen, Gold und Treasurys bleiben gefragt
Angebliche zweiwöchige Aussetzung von Angriffen löst breite Kursgewinne aus; gleichzeitig sichern Anleger weiter Gold und US‑Staatsanleihen als Absicherung.
Nach Angaben der Börsenbewegungen löste die angekündigte zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und Iran eine spürbare Entspannung an den Finanzmärkten aus. Aktienindizes in Asien sowie Futures in den USA zogen deutlich an, nachdem Investoren die Ankündigung als potenzielle Deeskalation in einem Konflikt interpretierten, der Rohstoff‑ und Finanzmärkte in den vergangenen Wochen belastet hatte. Die Rally zeigte sich breit gestreut und erfasste sowohl Blue‑Chips als auch kleinere Benchmarks.
Im Mittelpunkt der Reaktion stand ein scharfer Rückgang der Ölpreise, die erstmals seit längerem wieder unter die Marke von 100 US‑Dollar pro Barrel fielen. Das US‑Referenzprodukt West Texas Intermediate verlor mehr als 14 Prozent und notierte bei rund 96,98 Dollar, Brent gab über zwölf Prozent nach und stand nahe 96 Dollar. Diese rückläufige Energiepreisentwicklung dämpft kurzfristig inflationsbezogene Sorgen, obwohl Beobachter auf anhaltende Risiken für das Wachstum hinweisen.
Zugleich beschleunigte sich die Erholung an den Aktienmärkten: Der Dow Jones gewann 967 Punkte beziehungsweise rund 2,1 Prozent, S&P‑500‑Futures stiegen um etwa 2,1 Prozent und Nasdaq‑100‑Futures um rund 2,3 Prozent. In Asien verzeichneten Südkoreas Kospi und Kosdaq sowie Japans Nikkei 225 und Topix deutliche Zuwächse; auch australische, chinesische und hongkongische Indizes legten spürbar zu. Digitalwerte zogen ebenfalls an, Bitcoin kletterte auf rund 71.508 US‑Dollar, was die Breite der Risk‑On‑Bewegung unterstreicht.
Gleichzeitig suchten Marktteilnehmer Schutz: Spot‑Gold stieg um etwa 2,2 Prozent auf rund 4.803,83 Dollar je Feinunze, Gold‑Futures gewannen mehr als drei Prozent. US‑Staatsanleihen erfuhren Zuflüsse; die Renditen zehn- und zwanzigjähriger Papiere sanken um rund neun Basispunkte auf 4,253 bzw. 4,839 Prozent, die 30‑jährige Rendite fiel um sieben Basispunkte auf 4,851 Prozent. Daneben betonten Analysten, die Rally sei eher als Positionsanpassung denn als Rückkehr zu anhaltendem Risikoappetit zu lesen; Anleger hielten weiterhin Absicherungen gegen mögliche Rückschläge.
Unterdessen erklärten iranische Regierungsvertreter, defensive Operationen vorübergehend auszusetzen und eine sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus für die kommenden zwei Wochen für möglich zu halten. Marktbeobachter hoben hervor, dass die Kombination aus Kursgewinnen bei Risk‑Assets und gleichzeitigen Zuflüssen in sichere Häfen ein Zeichen für anhaltende Vorsicht der Investoren sei: Relief‑Rally und Hedging würden koexistieren, solange das geopolitische Umfeld fragil bleibe.