Acting ICE‑Direktor Todd Lyons tritt Ende Mai zurück, teilt DHS mit
Lyons, seit März 2025 im Amt, verlässt ICE Ende Mai und wechselt in den Privatsektor; sein Jahr an der Spitze war geprägt von Personalaufbau, tödlichen Einsätzen und rechtlichen Auseinandersetzungen.
Nach Angaben des Ministeriums für Heimatschutz (DHS) wird Todd Lyons, der seit März 2025 als Acting Director die US‑Immigrations‑ und Zollbehörde ICE leitete, zum Ende Mai zurücktreten und in den Privatsektor wechseln. DHS‑Minister Markwayne Mullin stellte in einer Erklärung Lyons’ Leistung heraus und lobte dessen Rolle beim Wiederaufbau der Behörde.
Im Mittelpunkt von Lyons’ Amtszeit stand eine umfassende personelle Expansion. Unter seiner Führung gab ICE im Januar an, binnen weniger Monate rund 12.000 neue Beamte eingestellt zu haben. Diese Personaloffensive ging mit einer deutlich härteren Durchsetzung der Einwanderungspolitik einher und rückte die Behörde verstärkt in den Blick der Öffentlichkeit und politischer Kritik.
Zugleich prägten umstrittene Zwischenfälle und deren juristische Nachwirkungen Lyons’ Führung. In den vergangenen Monaten erregten tödliche Schüsse bei Einsätzen, unter anderem in Minneapolis, landesweit Aufmerksamkeit, führten zu Protesten und lösten gerichtliche Verfahren aus. Bei einer Kongressanhörung nach den Vorfällen verweigerte Lyons eine Entschuldigung an die betroffenen Familien und nahm keine eindeutige Stellung zu strittigen Regierungsdarstellungen über den Hintergrund der Getöteten.
In Minnesota kam es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen, bei denen ein Bundesrichter Lyons zur Aussage vorladen wollte und mit einer möglichen Missachtung richterlicher Anordnungen drohte. Lyons musste daraufhin nicht vor Gericht erscheinen, doch die Episode verdeutlichte die juristischen Spannungen, die seine Amtszeit begleiteten.
Die Regierung veröffentlichte neben der DHS‑Mitteilung auch Stellungnahmen, die Lyons’ Arbeit lobten; unter anderem äußerten sich Tom Homan und Stephen Miller positiv zur Amtsführung. Angaben dazu, wer Lyons nachfolgen wird, nannte das Ministerium nicht, und auf weitere Anfragen reagierten DHS und das Weiße Haus bislang nicht unmittelbar.