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Airports Council International: Neues EU‑Einreise‑System sorgt für Stundenwartezeiten an Grenzkontrollen

Das EES ist seit 10. April in vollem Betrieb; Flughäfen melden Spitzenwartezeiten von bis zu drei Stunden und fordern die Befugnis, Registrierungen bei Überlastung auszusetzen.

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Titelbild: Airports Council International: Neues EU‑Einreise‑System sorgt für Stundenwartezeiten an Grenzkontrollen
ACI fordert erweiterte Ausnahmeregeln und die Möglichkeit, EES‑Registrierungen bei Überlastung vorübergehend auszusetzen.

Nach Angaben des Airports Council International (ACI) verlängern sich seit der vollständigen Einführung des EU‑Einreise‑Aus­trittssystems (EES) die Wartezeiten an Passkontrollen in mehreren europäischen Luftverkehrsdrehkreuzen deutlich. Betroffen seien unter anderem Flughäfen in Frankreich, Deutschland, Belgien, Italien, Spanien und Griechenland. Die ACI spricht von Spitzenwartezeiten von bis zu drei Stunden und warnt vor erheblichen Engpässen, insbesondere zu Stoßzeiten.

Im Mittelpunkt der Kritik steht die Verpflichtung für Drittstaatsangehörige, darunter Passagiere aus dem Vereinigten Königreich, persönliche Daten und biometrische Merkmale an Grenzstellen erfassen zu lassen. Die ACI verlangt deshalb, bestehende Ausnahmeregeln zu erweitern und den Flughäfen die Befugnis zu geben, EES‑Registrierungen vollständig auszusetzen, wenn die Wartezeiten untragbar werden. Olivier Jankovec, Direktor der ACI European Division, warnte vor einer weiteren Zuspitzung der Lage in den kommenden Wochen und während der Sommersaison.

Zugleich betont die Europäische Kommission, das System arbeite in der überwiegenden Mehrheit der Mitgliedstaaten zuverlässig. Als Durchschnittszeit für eine Registrierung nennt die Kommission rund 70 Sekunden, während die ACI anführt, dass einzelne Vorgänge bis zu fünf Minuten dauern könnten. Die Kommission räumt ein, dass in einigen Mitgliedstaaten technische Probleme aufgetreten seien, die derzeit behoben würden, und verweist auf die Zuständigkeit der Nationalstaaten für die praktische Umsetzung.

Inzwischen haben Vertreter der Flughäfen und die EU‑Kommission Gespräche geführt, um die Abläufe an den Grenzkontrollen zu verbessern und technische Störungen zu beheben. Die ACI fordert konkret die Möglichkeit administrativer Eingriffe vor Ort, wenn Wartezeiten ein Ausmaß erreichen, das den Flugbetrieb und die Passagierströme gefährdet. Hintergrund ist die Sorge, dass anhaltende Verzögerungen insbesondere in den stärker frequentierten Monaten zu Kettenreaktionen im Flugverkehr führen könnten.

Gleichzeitig zeigen Vorfälle in einzelnen Fällen, wie stark sich Verzögerungen auf den Flugbetrieb auswirken können: Berichte nennen Situationen, in denen Passagiere wegen langer Warteschlangen Flüge verpassten. Daneben wird betont, dass die schrittweise Einführung des EES bereits seit Oktober stattfindet und nun mit dem vollständigen Betrieb weitergehende Belastungsproben für die Grenzverfahren bringt.