Zehn mutmaßliche Sabotagefälle an deutscher Marine: Wer steckt dahinter?
Seit Anfang 2025 sind nach Recherchen mehrere Vorfälle an Marineschiffen und in Werften aufgetreten. Einige Ermittlungen führten zu Festnahmen, viele Verfahren wurden jedoch eingestellt.
- Bundeswehr sieht veränderte Bedrohungslage für seegängige Einheiten
- Behörden warnen vor angeworbenen Kleinkriminellen.
Nach Angaben von CORRECTIV und beteiligten Ermittlungsstellen sind seit Anfang 2025 insgesamt zehn mutmaßliche Sabotagefälle an Schiffen der deutschen Marine bekannt geworden. Zu den Vorwürfen zählen unter anderem Eingriffe an Kraftstoffleitungen, das Einbringen fremder Stoffe in Maschinenräume und das Durchtrennen von Kabelbäumen. Die Fälle traten sowohl an einsatzfähigen Schiffen als auch in Werften auf, wo Schiffe im Bau oder in der Instandsetzung lagen.
Nach dem Schritt durchsuchter Kontrollen schlug bereits im Januar 2025 eine weitere Entdeckung hohe Wellen: In der Maschinenhalle der Fregatte Emden bei Blohm+Voss in Hamburg wurden mehrere Kilogramm eines körnigen Materials gefunden, das Motorschäden hätte verursachen können. Die Hamburger Ermittler stuften den Fund als mutmaßliche Sabotage ein und nahmen einen 37‑jährigen Rumänen und einen 54‑jährigen Griechen fest. Die Anklagebehörden nannten keine Auftraggeber oder Hintermänner.
Zugleich sind in der Berichtsperiode weitere Vorfälle dokumentiert worden: In Einzelfällen wurden Kabelbäume durchtrennt, an anderen Schiffen offenbar verunreinigtes Öl in Trinkwassersysteme eingebracht. Auch diese Ermittlungsverfahren endeten mehrheitlich ohne Anklage beziehungsweise wurden eingestellt. Die Behörden betonen die begrenzte Beweislage vieler Vorfälle und weisen darauf hin, dass eindeutige Zuschreibungen vielfach nicht möglich sind.
Daneben hat die Bundeswehr die Sicherheitslage für seegängige Einheiten und Schiffe in Werften als verändert bezeichnet. Vor dem Hintergrund der Vorfälle rücken Schutzmaßnahmen und wachsamere Kontrollen in Werften und Häfen stärker in den Fokus. Wie künftige Ermittlungen die offenen Fragen klären können, bleibt abzuwarten; aktuell existieren für zahlreiche Einzelfälle nur begrenzte Indizien, die eine strafrechtliche Verfolgung erschweren.