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Amazon legt Zahlen für Chipgeschäft offen und nennt mögliche Milliardenumsätze

Andy Jassy legt erstmals konkrete Umsatzzahlen für Amazons interne Chip‑Sparten vor und skizziert ein Szenario mit möglichem Vertrieb an externe Kunden.

Handelsblatt/JKCM News 1 Min Lesezeit
Titelbild: Amazon legt Zahlen für Chipgeschäft offen und nennt mögliche Milliardenumsätze
Amazon nennt das Volumen seiner Halbleiter‑Teams und lässt die Option offen, Serverchips künftig an Dritte zu verkaufen – ein Schritt mit potenziell weitreichenden Folgen für den KI‑Chipmarkt.

Nach Angaben von Amazon‑Chef Andy Jassy veröffentlicht der Konzern erstmals konkrete Zahlen für sein intern entwickeltes Halbleitergeschäft. In seinem jährlichen Aktionärsbrief nennt Jassy die drei Produktlinien Graviton, Trainium und Nitro und beziffert ihre auf das Gesamtjahr hochgerechnete Umsatzrate mit mehr als 20 Milliarden US‑Dollar.

Im Mittelpunkt der Darstellung steht die schnelle Expansion: Gegenüber der Ende 2025 gemeldeten Marke von zehn Milliarden Dollar würde sich der Umsatz dieser Sparten mehr als verdoppeln. Jassy führt diese Entwicklung auf jahrelange interne Investitionen zurück und erklärt, das Ziel sei gewesen, die Abhängigkeit von externen Anbietern für spezialisierte Serverchips zu verringern.

Nach dem Schritt zur Veröffentlichung rechnet Jassy zudem hypothetisch vor, wie sich die Zahlen verändern könnten, falls Amazon seine Chips wie Wettbewerber an Dritte verkaufen würde. In dieser Rechnung läge der derzeitige Jahresumsatz bei rund 50 Milliarden Dollar. Jassy betont in diesem Zusammenhang ausdrücklich, dass die Nachfrage nach den Chips sehr hoch sei und es möglich sei, ganze Serverschränke an externe Kunden zu liefern.

Gleichzeitig bringt die Offenlegung neuen Schwung in die Debatte um die Marktstruktur bei KI‑Prozessoren. Amazon tritt damit nicht länger nur als Endnutzer von Hochleistungschips auf, sondern als potenzieller Anbieter, dessen Produkte das von Nvidia dominierte Segment herausfordern könnten. Ein Schritt in Richtung großvolumigen Drittvertriebs hätte erhebliche Folgen für Wettbewerbsverhältnisse und Beschaffungsstrategien in Rechenzentren.