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Andalusier entscheiden über Regionalregierung in Wahl, die als Indikator für Spaniens Politik gilt

Umfragen sehen die konservative Volkspartei (PP) auf dem Weg zu einer absoluten Mehrheit; die Sozialisten drohen schwere Verluste, Vox könnte leicht zulegen.

The Guardian 2 Min Lesezeit
Titelbild: Andalusier entscheiden über Regionalregierung in Wahl, die als Indikator für Spaniens Politik gilt
Letzte grosse regionale Prüfung vor der Parlamentswahl: Andalusiens Urnengang könnte das nationale Kräfteverhältnis widerspiegeln.

Im Mittelpunkt des Wahlkampfs steht der konservative Regionalpräsident Juan Manuel Moreno Bonilla, der die Abstimmung als Referendum über die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez zu nutzen sucht. Die PP versucht, Vorwürfe gegen die Sozialistische Partei (PSOE) und deren Führung als zentrales Thema zu besetzen, um Wähler zu mobilisieren und ihre Position landesweit zu festigen. Moreno präsentiert das Rennen als Entscheidung zwischen seiner Politik und der verantwortlichen Führung der PSOE, wobei er darauf setzt, das Thema Korruption zum Wahlbeschleuniger zu machen.

Zugleich drohen den Sozialisten in Andalusien historische Verluste. Die Partei, die die Region von 1982 bis 2019 dominierte, sieht sich in Umfragen mit deutlichen Stimmeneinbußen konfrontiert; Prognosen deuten auf einen Rückgang der Sitzzahl gegenüber der letzten Legislaturperiode hin. Die PSOE schickt María Jesús Montero ins Rennen; ihre Kampagne geriet zuletzt in die Kritik, nachdem sie eine unglückliche Formulierung zu dienstlich gefallenen Angehörigen der Guardia Civil korrigieren musste, was dem Wahlkampf zusätzlichen Gegenwind bescherte.

Daneben bleibt die Entwicklung der rechtspopulistischen Partei Vox ein weiterer Prüfstein für die regionale Mitte‑Rechts‑Landschaft. Seit dem Einzug in das Regionalparlament 2018 hat Vox an Unterstützung gewonnen, und Prognosen rechnen mit einem moderaten Zugewinn von ein bis zwei Mandaten. Die Partei fordert unter anderem eine Priorisierung von Inländern bei sozialen Leistungen; dieses Thema belastet die Koalitionsdynamik, weil die PP solche Forderungen öffentlich ablehnt, sich intern jedoch mit dem Druck des rechten Flügels auseinandersetzen muss.