Anthropic sichert sich gesamte Compute-Kapazität von SpaceX‑Rechenzentrum Colossus 1
Vereinbarung sichert Anthropic Zugriff auf über 300 Megawatt in Memphis; Gespräche über mehrere Gigawatt Rechenkapazität im Weltraum laufen
Nach Angaben von Anthropic umfasst eine getroffene Vereinbarung mit SpaceX den Zugriff auf die gesamte Rechenkapazität des Colossus‑1‑Rechenzentrums in Memphis, Tennessee. Der Standort verfügt demnach über mehr als 300 Megawatt Kapazität; zugleich habe Anthropic Interesse bekundet, gemeinsam mit SpaceX mehrere Gigawatt an Rechenkapazität im Weltraum zu entwickeln.
Im Mittelpunkt der Partnerschaft steht die unmittelbare Entlastung der eigenen Infrastruktur: Anthropic erklärte, der Deal werde die Leistungsfähigkeit und Verfügbarkeit der kostenpflichtigen Angebote Claude Pro und Claude Max direkt verbessern. Zuletzt hatte das Unternehmen von Belastungen seiner Systeme gesprochen, die insbesondere in Spitzenzeiten die Zuverlässigkeit und Performance eingeschränkt hätten. Der zusätzliche Kapazitätszugang zielt darauf ab, diese Engpässe zu mindern.
Zugleich erhält die Vereinbarung Bedeutung vor dem Hintergrund des persönlichen und geschäftlichen Schlagabtauschs zwischen den beteiligten Akteuren. Elon Musk, der SpaceX in diesem Jahr mit seinem KI‑Startup xAI fusionierte, hatte Anthropic in der Vergangenheit heftig kritisiert. Nach Treffen mit Führungskräften von Anthropic äußerte Musk jedoch Anerkennung für deren Kompetenz und Engagement und schrieb, er habe keinen Anlass zu grundsätzlicher Besorgnis gesehen. Diese Entwicklung deutet auf eine Annäherung zwischen den Firmen hin, obwohl zuvor scharfe Worte gefallen waren.
Daneben fällt das Abkommen in eine Phase intensiver Debatten um Recheninfrastruktur in Memphis. Beim Aufbau des Colossus‑Standorts waren zeitweise gasbetriebene Turbinen eingesetzt worden, was lokale Luftqualitätsprobleme verschärfte und zu anhaltenden Protesten in der Region führte. Parallel dazu sicherte sich Anthropic in den vergangenen Wochen weitere Kapazitäten, unter anderem in einem milliardenschweren Vertrag mit Amazon, um die Versorgung seiner KI‑Modelle stabilzustellen.