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Archäologen bergen über 1.000 römische Objekte aus Neuenburgersee

Tauchteam der NGO Octopus Foundation barg in mehreren Kampagnen über 1.000 römische Objekte aus dem Neuenburgersee; Keramik, Waffen und persönliche Ausrüstung deuten auf ein Frachtunglück im 1. Jahrhundert n. Chr.

Euronews / JKCM News Redaktion 1 Min Lesezeit
Titelbild: Archäologen bergen über 1.000 römische Objekte aus Neuenburgersee
  • Die Artefakte werden derzeit aufwendig konserviert
  • ein Katalog, ein Film und eine Ausstellung sind geplant.

Nach Angaben der Octopus Foundation haben Unterwasserarchäologen im Neuenburgersee mehr als 1.000 sehr gut erhaltene römische Artefakte geborgen. Das Tauchteam um Fabien Langenegger und Julien Pfyffer stieß bereits Ende November 2024 auf die Konzentration von Funden, hielt den Fund jedoch lange zurück, um Plünderungen zu verhindern.

Im Mittelpunkt der Bergungsarbeiten standen zwei Feldkampagnen: eine zweiwöchige Aktion 2025 und eine fast einmonatige Expedition 2026. Bei diesen Einsätzen hoben die Taucher eine Vielzahl keramischer Gefäße und Teller sowie Teile, die zur Ausrüstung von Legionären gezählt werden. Identifiziert wurden unter anderem zwei Kurzschwerter, ein Dolch, eine Gürtelschnalle und eine Fibel.

Zugleich fiel ein in den Seesediments konservierter Weidenkorb ins Auge, der sechs keramische Gefäße enthält, deren Herstellung und Qualität sich von der übrigen Ladung unterscheidet. Die Forschenden deuten diese Stücke als einfachere Gebrauchskeramik, möglicherweise die persönliche Ausstattung der Seeleute an Bord des verunglückten Schiffs.

Alle geborgenen Objekte befinden sich inzwischen an Land in der Restaurierung. Konservierungsexperten reinigen und analysieren die Artefakte, um Details zutage zu fördern, die unter Wasser nicht erkennbar waren, etwa Herstellermarken, Speisereste oder schützende Verpackungselemente zwischen Tellern. Diese Nachbearbeitung soll das Wissen über Produktionsweisen und Nutzung der Gegenstände erweitern.