Australiens höchstdekorierter Soldat bestreitet Mordanklagen und will seinen Namen rehen
Ben Roberts‑Smith weist die Vorwürfe zurück, betont seinen Stolz auf den Einsatz in Afghanistan und will die Strafverfahren nutzen, um seinen Namen zu reinigen; er wurde nach seiner Festnahme auf Kaution entlassen.
- Der frühere SAS‑Korporal ist wegen fünf Fällen des Kriegsverbrechens Mord angeklagt
- die Anklagen folgen auf eine zivilrechtliche Entscheidung aus dem Jahr 2023.
Nach Angaben der Anklage wurde Ben Roberts‑Smith, Australiens höchstdekorierter lebender Soldat, formell wegen fünf Anklagepunkten im Zusammenhang mit dem Kriegsverbrechen Mord belastet. Die Vorwürfe betreffen demnach die Tötung unbewaffneter afghanischer Häftlinge oder das Anordnen solcher Tötungen in den Jahren 2009 bis 2012, als er als Korporal beim Special Air Service (SAS) diente. Roberts‑Smith wurde nach seiner Festnahme auf Kaution freigelassen.
Im Mittelpunkt seiner ersten öffentlichen Stellungnahme seit den Anklagen stand die deutliche Zurückweisung der Vorwürfe. Er erklärte, er sei stolz auf seinen Dienst in Afghanistan und habe dort im Rahmen seiner Werte, seiner Ausbildung und der geltenden Einsatzregeln gehandelt. Zugleich bezeichnete er die mediale Begleitung seiner Festnahme als unnötiges Spektakel und verweigerte Fragen von Journalisten.
Die nun erhobenen Strafanzeigen umfassen eine Anklage wegen Mordes, eine wegen gemeinsamer Begehung eines Mordes sowie drei Anklagen wegen Beihilfe beziehungsweise Anstiftung zu einem Mord. Inzwischen geht die Strafverfolgung auf eine frühere zivilrechtliche Auseinandersetzung zurück: Im Jahr 2023 hatte ein Gericht in einer Verleumdungsklage festgestellt, dass einige der gegen ihn erhobenen Tötungsvorwürfe der Wahrheit nahekämen. Roberts‑Smith hatte gegen diese Entscheidung Berufung eingelegt und im vergangenen Jahr verloren.
Der Fall hat landesweit hohe Aufmerksamkeit erzeugt, weil er zu den ersten strafrechtlich verfolgten Vorwürfen mutmaßlicher Kriegsverbrechen durch Angehörige der australischen Streitkräfte zählt. Gleichzeitig deutet die Schwere der Anschuldigungen darauf hin, dass sich weitere Verfahrensschritte über Jahre hinziehen könnten; konkrete Termine für ein Strafverfahren wurden bislang nicht genannt. Daneben bleibt offen, wie die Ermittlungen die öffentliche Debatte über militärisches Verhalten in Einsätzen prägen werden.