Bank Indonesia hält Leitzins bei 4,75% und setzt auf Rupiah-Stabilisierung
Bank Indonesia beließ den BI-Rate nach der Sitzung vom 18 bis 19 Februar 2026 bei 4,75% und ordnete die Geldpolitik der Stabilisierung des Rupiah-Wechselkurses unter hoher globaler Unsicherheit unter
- Der BI-Rate wurde bei 4,75% belassen, der Deposit Facility Rate bei 3,75% und der Lending Facility Rate bei 5,50%.
- Die Zentralbank verankert den Kurs am Inflationszielkorridor von 2,5% ± 1% für 2026 bis 2027.
- Im Fokus steht eine stärkere Rupiah-Stabilisierung durch Interventionen (offshore NDF, Spot und DNDF) sowie Käufe von Staatsanleihen am Sekundärmarkt.
- Bank Indonesia signalisiert weiterhin Spielraum für spätere Zinssenkungen, sofern die Inflationsprognosen beherrschbar bleiben.
- Das Wachstum beschleunigte sich laut Zentralbank im vierten Quartal 2025 auf 5,39% und lag 2025 insgesamt bei 5,11%.
Entscheid der Notenbank: Bank Indonesia hat den BI-Rate nach der Sitzung des Board of Governors am 18. und 19. Februar 2026 unverändert bei 4,75% belassen. Zugleich blieb der Deposit Facility (DF) Rate bei 3,75% und der Lending Facility (LF) Rate bei 5,50%. Die Zentralbank begründet den Schritt mit der aktuellen Priorität, den Rupiah in einem Umfeld anhaltend hoher Unsicherheit an den globalen Finanzmärkten zu stabilisieren, ohne das Inflationsziel aus dem Blick zu verlieren.
Stabilität zuerst, Wachstum nicht aus den Augen: Bank Indonesia sieht die Inflationserwartung für 2026 bis 2027 innerhalb ihres Zielkorridors von 2,5% ± 1%. Vor diesem Hintergrund hält sie grundsätzlich an einer akkommodierenden Grundhaltung fest und betont, dass späterer Spielraum für Zinssenkungen geprüft werde, wenn die Inflationsprognosen weiter als „manageable“ eingeschätzt werden. Kurzfristig dominiert jedoch die Stabilitätsagenda: Die Notenbank will Wechselkursvolatilität begrenzen und damit die Importpreiskomponente und Risikoaufschläge im Finanzsystem dämpfen.
Instrumentenmix für den Rupiah: Konkret setzt Bank Indonesia auf eine verstärkte Stabilisierung über mehrere Märkte hinweg. Genannt werden Interventionen in Offshore-Non-Deliverable-Forwards (NDF) sowie Maßnahmen im Inland über Spot-Transaktionen und Domestic-Non-Deliverable-Forwards (DNDF). Ergänzend will die Zentralbank Staatsanleihen (SBN) am Sekundärmarkt erwerben. Daneben soll eine „pro-market“ Ausrichtung der Geldmarktoperationen Portfoliozuflüsse unterstützen, indem Zinsstruktur, Volumina und die Steuerung von Instrumenten so ausbalanciert werden, dass Liquidität im Geldmarkt und im Bankensystem ausreichend bleibt.
Makroprudenz und Zahlungsverkehr als Wachstumshebel: Parallel bekräftigt Bank Indonesia einen pro-Wachstums-Kurs in der Makroprudenz. Dazu zählt die Ausweitung von Kredit- und Finanzierungsflüssen in reale Sektoren und Prioritätsbereiche der Regierung sowie die Nutzung von Liquiditätsanreizen, um die Weitergabe sinkender Finanzierungskosten in Bankkonditionen zu beschleunigen. Im Zahlungsverkehr liegt der Schwerpunkt auf der Ausweitung digitaler Zahlungsakzeptanz und der Stärkung der Resilienz der Infrastruktur, insbesondere mit Blick auf saisonal erhöhte Transaktionsvolumina rund um religiöse Feiertage.
Kontext: globale Unsicherheit, aber bessere Inlandsdynamik: Bank Indonesia beschreibt die Weltwirtschaft als abkühlend, bei weiterhin hoher Marktunsicherheit. In der Begründung verweist sie auf handelspolitische Spannungen und geopolitische Risiken sowie selektivere Kapitalströme in Emerging Markets. Für Indonesien zeichnet sie dagegen ein stabileres Bild: Das Wachstum habe sich im vierten Quartal 2025 auf 5,39% beschleunigt (nach 5,04% im dritten Quartal), getragen von privatem Konsum und Investitionen; für das Gesamtjahr 2025 nennt die Zentralbank 5,11% nach 5,03% im Jahr 2024. In dieser Gemengelage soll der Politikmix Stabilität sichern und zugleich die Grundlage für nachhaltig höheres Wachstum legen.