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Berlin: Verbündete verstärken Hilfe für Kiew — Großbritannien liefert 120.000 Drohnen, Deutschland kündigt Patriot‑Raketen an

Bei der 34. Sitzung der Ukraine Defence Contact Group in Berlin kündigten westliche Partner umfangreiche Lieferpakete an. Im Mittelpunkt standen Massenlieferungen von Drohnen, neue Luftabwehrverträge und beschleunigte Beschaffungswege.

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Titelbild: Berlin: Verbündete verstärken Hilfe für Kiew — Großbritannien liefert 120.000 Drohnen, Deutschland kündigt Patriot‑Raketen an
  • Verbündete vereinbarten in Berlin große Lieferungen an unbemannten Systemen und stärkere Luftabwehrkapazitäten
  • Deutschland finanzierte einen Vertrag über Patriot‑Lenkflugkörper.

Nach Angaben von Teilnehmern kündigte Großbritannien in Berlin ein Paket mit mehr als 120.000 Drohnen an, die noch in diesem Jahr geliefert werden sollen. Die Ankündigung ist Teil eines umfassenderen britischen Engagements im Rahmen eines 3‑Milliarden‑Pfund‑Militärpakets für 2026 sowie zusätzlicher ERA‑Mittel; daneben gehörten Artilleriemunition und Luftabwehrraketen zu den zugesagten Unterstützungen.

Im Mittelpunkt der Debatten stand die Rolle unbemannter Systeme in der aktuellen Kriegsführung. Der britische Verteidigungsminister betonte, Drohnen hätten den Verlauf des Krieges geprägt und trügen erheblich zu russischen Verlusten bei. Der ukrainische Verteidigungsminister hob hervor, dass Drohnen die Hauptlast vieler Gegenangriffe trügen und die heimische Produktion beschleunigt werden müsse. Präsident Selenskyj hatte zuvor eine Operation erwähnt, bei der allein unbemannte Systeme eine Stellung eingenommen hätten.

Gleichzeitig bestätigte Deutschland seine jüngsten Verpflichtungen aus den deutsch‑ukrainischen Regierungskonsultationen. Das Verteidigungsministerium teilte mit, dass Berlin die Finanzierung eines Vertrags zwischen der Ukraine und Raytheon über die Lieferung mehrerer hundert Patriot‑Lenkflugkörper übernimmt, um die ukrainische Luftabwehr zu stärken. Zudem wurden weitere Startgeräte für IRIS‑T‑Systeme mit Diehl Defence vereinbart und ebenfalls finanziert.

Zugleich warben Vertreter dafür, bestehende Bestände an Luftabwehrraketen zu prüfen und umzuwidmen. Der ukrainische Verteidigungsminister forderte Partner auf, ihre Lager zu sichten und insbesondere PAC‑2‑ und PAC‑3‑Raketen bereitzustellen, um kritische Infrastruktur besser zu schützen. NATO‑Vertreter hoben die Prioritised Ukraine Requirements List (PURL) hervor, die helfen soll, US‑gelieferte Fähigkeiten gezielter nach Kiew zu bringen.

Inzwischen wurden die Zusagen als gestufte Lieferungen dargestellt: Patriot‑ und IRIS‑T‑Verträge sollen über die kommenden Jahre umgesetzt werden, konkrete Anlieferungstermine reichen demnach in das nächste und die folgenden Jahre. Unmittelbare Lieferungen blieben begrenzt; die Ankündigungen zielen vor allem auf eine langfristige Verstärkung der ukrainischen Luftabwehr und eine deutliche Ausweitung der Drohnenkapazitäten.

Das Treffen in Berlin wurde von den Verteidigungsministern Deutschlands und Großbritanniens gemeinsam ausgerichtet; Teilnehmer vor Ort waren neben den Gastgebern auch der niederländische Regierungschef und der ukrainische Verteidigungsminister. Weitere Mitglieder schalteten sich virtuell dazu; den US‑Verteidigungsminister vertrat dem Vernehmen nach der Pentagon‑Politikchef.