Bertelsmann formt Musikriese: BMG und Concord werden in Milliarden-Deal vereint
Bertelsmann zahlt 1,16 Mrd. USD in bar, übernimmt 67 Prozent und bewertet das kombinierte Musikunternehmen BMG mit 12,4 Mrd. Euro; Hauptsitz wird Nashville, Berlin kommt als europäischer Sitz hinzu.
Nach Angaben des Medienkonzerns Bertelsmann schließen dessen Musikgeschäft BMG und der US-Katalogverwalter Concord zu einem neuen Unternehmen mit dem Namen BMG zusammen. Für die Transaktion zahlt Bertelsmann den Eignern von Concord einmalig 1,16 Milliarden US-Dollar in bar und hält anschließend 67 Prozent an dem kombinierten Musikunternehmen, dessen Gesamtwert der Konzern mit 12,4 Milliarden Euro beziffert.
Im Mittelpunkt der Neustrukturierung steht eine klare geografische Ausrichtung: Hauptsitz des vereinten Konzerns wird Nashville in den USA, während Berlin die Funktion des europäischen Hauptsitzes übernimmt. Bertelsmann bezeichnet die kombinierte Einheit als eines der weltweit größten Musikunternehmen und plant, die Musiksparte künftig als vierte Ertragssäule neben RTL, Penguin Random House und Arvato zu etablieren.
Nach dem Schritt erwartet Bertelsmann, dass das neue BMG in diesem Jahr pro‑forma einen Umsatz von rund 2,2 Milliarden US-Dollar erzielt und ein EBITDA von etwa 730 Millionen US-Dollar ausweist. Mittelfristig peilt der Konzern ein EBITDA von ungefähr 1,2 Milliarden US-Dollar an. Ein vollständiger Erwerb von Concord sei wegen dessen hoher Bewertung nicht darstellbar gewesen, weshalb eine mehrheitliche Beteiligung vereinbart worden sei.
Zugleich gibt es personelle Weichenstellungen: Bob Valentine, bisheriger Chef von Concord, übernimmt den Vorstandsvorsitz des fusionierten Unternehmens. Der derzeitige BMG‑Chef Thomas Coesfeld wird zum Aufsichtsratsvorsitzenden ernannt und ist als designierter Vorstandschef von Bertelsmann vorgesehen; er soll im Januar 2027 die operative Konzernführung von Thomas Rabe übernehmen, der Ende des Jahres nach 15 Jahren als Vorstandschef ausscheidet.
Der Vollzug des Geschäfts bleibt noch an behördliche Genehmigungen gebunden; Bertelsmann rechnet mit einer Freigabe durch Wettbewerbsbehörden im vierten Quartal 2026. Im Rahmen des konzernweiten Investitionsprogramms ‚Boost‘ sind seit 2021 rund 1,5 Milliarden Euro in BMG geflossen, Mittel, die das Unternehmen unter anderem für den Erwerb von Musikkatalogen eingesetzt hat.
Daneben betont Bertelsmann, dass die Transaktion zu einer stärkeren Position im globalen Musikmarkt führen soll. Der Deal vereint umfangreiche Kataloge und Managementkompetenz beider Seiten und markiert damit eine der größten Transaktionen in der Geschichte des Konzerns.