JKCM News
Startseite
Wirtschaft

Chipentwickler Marvell und Zulieferer Flex werden in S&P 500 aufgenommen

Marvell rückt nach starker Rallye in den S&P 500 auf und ersetzt PoolCorp; auch Flex wird aufgenommen, Campbell’s verlässt den Index.

Handelsblatt 2 Min Lesezeit
Titelbild: Chipentwickler Marvell und Zulieferer Flex werden in S&P 500 aufgenommen
  • Marvell erfüllt Gewinnkriterien und profitiert von hoher KI-Nachfrage
  • Änderungen treten vor Handelsbeginn am 22. Juni in Kraft.

Die Kernentwicklung: Marvell Technology wird im Rahmen der vierteljährlichen Indexanpassung in den S&P 500 aufgenommen und ersetzt dort vor Handelsbeginn am 22. Juni den Schwimmbadausrüster PoolCorp. Die Entscheidung folgt auf eine markante Kursrallye des Chipentwicklers in diesem Jahr und auf die Erfüllung der für eine Aufnahme erforderlichen Gewinnkriterien.

Im Mittelpunkt der Bewegung stehen die deutlichen Kursschwankungen rund um die Bekanntgabe. Nachdem die Aktie am gleichen Handelstag zuvor zu den stärksten Verlierern mit einem Tagesminus von über 13 Prozent gehörte, stieg sie im nachbörslichen Handel um sechs Prozent, nachdem die Aufnahme in den Leitindex bekannt wurde. Diese Volatilität unterstreicht die intensive Anlegerdynamik, die Firmen mit starker Ausrichtung auf Rechenzentrums-Komponenten derzeit auslöst.

Zugleich wird das Elektronikfertigungs- und Zulieferunternehmen Flex in den S&P 500 aufgenommen. Flex hatte eine Gewinnprognose für 2027 vorgelegt, die über den Markterwartungen liegt, und die geplante Abspaltung seines Cloud- und Infrastrukturgeschäfts angekündigt. Für den Platz von Flex im Index wird der Lebensmittelhersteller Campbell’s den S&P 500 verlassen. Die parallele Aufnahme von Marvell und Flex zeigt, wie unterschiedlich ausgerichtete Technologie- und Zulieferfirmen derzeit in die Hauptindizes vorrücken können.

Die Aufnahme Marvells reflektiert den Bedeutungszuwachs von Unternehmen, die spezialisierte Chips für Rechenzentren liefern. Marvell entwickelt demnach maßgeschneiderte Prozessoren, die als Alternative zu den knappen und vergleichsweise teuren Nvidia-Prozessoren gelten, und profitiert damit von der erhöhten Nachfrage im Bereich Künstliche Intelligenz. Diese Entwicklung konsolidiert kurzfristig die Gewichtung von Technologie- und Zulieferfirmen im Leitindex.